Packrafts: Rucksackboote zum kombinieren

 In Wissen

Raft im Taschenformat

Egal ob Kanu oder Kajak: Wirklich handlich sind die Boote nicht. Mit Packrafts dagegen lässt sich Wassersport flexibel mit anderen Outdoor-Spielarten kombinieren. 

Text: Jürg Buschor

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Outdoorsport mal anders. Die sogenannten «Packrafts» sind kleine, für ein bis zwei Personen geeignete Schlauchboote, die überaus leicht und zugleich hart im Nehmen sind. Luftlos erreichen sie das Packmass eines kleinen Zwei-Personen-Zelts, passen also problemlos in oder an jeden Wander-Rucksack und wiegen kaum mehr als 3 Kilogramm. Vereint werden beim «Packrafting» die Aktivitäten Wandern und Kanu-Fahren. Ursprünglich entwickelt und in Nordamerika dafür immer noch oft eingesetzt wurden die Packrafts für lange Wildnistouren in unbekanntem Gelände. Für Landüberquerungen oder Portagen mit schweren Rucksäcken wurden Boote benötigt, die ins Gepäck passten, selbiges aber auch über anspruchsvolle Wasserläufe zuverlässig bewegen konnten.

Die Einsatzmöglichkeiten sind jedoch traumhaft vielfältig – auch im «zivilisierten» Westeuropa. Etwa zum wandern entlang eines Flusses und auf selbigem zum Ausgangsort zurückpaddeln. Oder Fluss- und Seetouren in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Je nach Modell eignen sich Packrafts sogar für Wildwasser bis Schwierigkeitsgrad III-IV. Anbieter sind beispielsweise der US-amerikanische Hersteller «Alpacka Raft» https://www.alpackaraft.com/rafting/ oder das deutsche Unternehmen Out-Trade GmbH mit den «Nortik» Rafts https://www.faltboot.de/produkte/nortik/ haben sich auf die Fertigung von besonders leichten Packrafts in verschiedenen Modellvarianten spezialisiert, je nach Körpergrösse und Einsatzgebiet.

Das Bemerkenswerte ist tatsächlich: Anders als Gewicht und Optik vielleicht vermuten lassen, sind die Boote erstaunlich robust. Grund dafür sind der bei Alpaka bespielsweise 210 Denier starke Boden und die 70 Denier starken Luftschläuche aus Nylon. Das Material wird zusätzlich zweifach mit Polyurethan – eine Art Kunstharz – beschichtet, was es besonders stich- und abriebfest macht. Selbst heftiger Felskontakt hinterliess bei den bisherigen Outdoor Guide Testtouren keinerlei grössere Gebrauchsspuren oder gar Schäden. Vortrieb und Steuerung erfolgt bei Packrafts je nach Grösse mit einem Kajak-typischen Doppel- oder einem Kanadier-typischen Stechpaddel. Die Modelle des Herstellers Alpacka Raft beispielsweise verfügen über ein spitz zulaufendes Heck, was ihnen – für Schlauchboote ungewöhnlich – einen relativ guten Geradeauslauf beschert. Somit sind sie auch für Paddeltouren auf ruhigeren Gewässern geeignet.

Ebenso simpel wie effizient und zugleich Rücken-schonend ist die «Pumpe»: Ein sehr leichter Windsack mit Ventilöffnung haucht dem Packraft in passabler Zeit Leben ein. Die eingefangene Luft wird einfach in die Schlauchkammern gepresst, die Feinjustierung erfolgt mittels Mundventil. Ein ebenfalls aufblasbarer Sitz mit Rückenlehne ist im Lieferumfang inbegriffen. Bei der Ausstattung gibt es zahlreiche Wahlmöglichkeiten – wer’s besonders minimalistisch mag, landet bei einem Einpersonenraft gerade mal bei 2.2 Kilogramm Gewicht. Da braucht man in der Praxis nicht lange überlegen, ob man das Miniboot aus Gewichtsgründen daheim lässt. Fakt ist, jeder Outdoor Guide Mitarbeiter, der’s mal ausprobiert hat, ist seither angefixt vom Packrafting. Wieso also noch warten? Einfach mal ausprobieren – der Altweibersommer wir uns sicher nochmals ein paar schöne Tage am Wasser bescheren.

Unsere Ausrüstungs-Empfehlungen für ein Packraft-Abenteuer:

Zu einer Packraft-Tour gehören neben dem Boot natürlich auch ein möglichst leichtes und kompaktes Paddel. Wir empfehlen vierteilige Tourenpaddel aus Carbon oder Fiberglas. Eine Länge von 220 cm passt für die meisten Einsatzgebiete. An den Füssen sind Teva-Sandalen besonders praktisch. Das robuste Material trocknet schnell und das geringe Gewicht der Schuhe belastet das Fahrtgepäck kaum. Die weichen Riemen über dem Spann und den Zehen lassen sich unkompliziert per Kletterverschluss anpassen. An der Ferse schützt ein weiches Polster vor Reibung. Die Lauf- und Zwischensohle ist aus einem Guss und besteht aus EVA – einem leichten Kunststoff, der sehr elastisch und widerstandsfähig ist sowie fast kein Wasser aufnimmt. Zusätzlich ist die Sohle profiliert, um auf verschiedenstem Untergrund ausreichend Gripp zu garantieren, wenn man das Packraft ans Wasser und zurück trägt.

Das Nortik TrekRaft hatten wir über mehrere Monate im Einsatz, unseren Testbericht finden Sie hier.

Teva «Sanborn Sandal Women»
Gewicht: 160 g
CHF 80.-
www.dld.ch

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