Zum Adlerhorst Cabane de l’A Neuve

 In Wandern/Bergsteigen

Besuch in der Ahnengalerie

PIERRE JAVELLE VS. Im Kessel der A Neuve, auf der abgeschiedenen Walliser Seite des Mont-Blanc-Massivs und abseits des grossen Rummels, geben sich die Bergsteiger gerne ein Stelldichein. Denn die Gegend am Fuss des Mont Dolent hat es in sich: Über einem vielarmigen, zerschrundeten Gletscher erheben sich eisbewehrte Berge, kantige Bastionen und kühne Granitnadeln. Über all dem spannt sich ein abgeklärter Himmel, wie er friedlicher nicht sein könnte. Ein Ort wie gemacht, um leidenschaftlichen Alpinisten früherer Epochen zu gedenken. Was die Gegend denn auch tut. Da ist etwa die Pointe (Louis) Kurz, zu Ehren eines Neuenburger Alpinisten und Musikers. Unweit davon die Pointe (Jacques) Lagarde, die Pointe (Pierre) Dalloz, die Pointe (Jean-Antoine) Morin … und in der Mitte, auf dem Weg zur Hütte, ein grosser Stein mit Widmung an Emile Javelle – gewidmet einem Franzosen, der die Schweiz zu seiner Heimat machte, das Bergsteigen zu seinem Lebensinhalt und seine Memoiren zu einem der wichtigsten Werke der französischsprachigen Alpinliteratur. Keine Pointe Javelle also, dafür eine Pierre Javelle, die dem unermüdlichen Emile – Erstbesteiger der Tour Noir etwa – tatsächlich Schutz gewährt haben soll: Anlässlich seiner Touren im Gebiet pflegte er unter dem Felsblock zu biwakieren. Das ist heute nicht mehr nötig, denn seit 1926 steht weiter oben, wie ein Adlerhorst auf einer schönen Aussichtskanzel, die kleine, feine Cabane de l‘A Neuve – die ursprünglich Cabane Edouard Dufour hiess und dem nämlichen Waadtländer Bergpionier (1855–1924) gewidmet war. – Eine lange Namensliste, in welcher aber der wohl beste Bergsteiger der Gegend fehlt: Michel Darbellay, der als Erster 1963 die Eiger-Nordwand im Alleingang durchstiegen hat (woran am Vortag kein geringerer als Bonatti gescheitert war). Anders als die vielen Pointe-Namensgeber stammte er tatsächlich aus La Fouly und betrieb bis zu seinem Tod 2014 den Campingplatz, an dem wir auf dieser Tour vorbeikommen. Eine Pointe Darbellay hätte der zurückgezogen lebende und bescheidene Bergführer wohl verdient, eine derartige Ehrerbietung aber kaum geschätzt.

Text und Fotos: Marco Volken

AUSGANGS- UND ENDPUNKT La Fouly (1592 m). Vom Bahnhof Martigny per Bahn oder Bus nach Orsières, dann weiter mit Bus.
EINKEHREN/UNTERKUNFT Cabane de l‘A Neuve CAS (28 Plätze, www.aneuve.ch, Tel. 027 783 24 24).

KARTEN, LITERATUR Landeskarte 1:25 000, 1345 Orsières.

INFO www.aneuve.ch, www.lafouly.ch

SCHWIERIGKEIT T3. Kurz vor der Hütte muss oft ein geneigtes Schneefeld gequert werden (Stöcke nützlich), je nach Routenwahl gibt es vor der Pierre Javelle und unmittelbar unterhalb der Hütte auch einige mit Ketten gesicherte Passagen.

ZEIT Aufstieg 3 1/2 h, Abstieg 2 1/4 h

HÖHENDIFFERENZ Auf- und Abstieg 1150 m

Die Route:

volle Distanz: 0 m
Maximale Höhe: 0 m
Minimale Höhe: 0 m
Gesamtanstieg: 0 m
Gesamtabstieg: 0 m
Download

STRECKE La Fouly – beim südlichen Dorfende hinab zur Brücke über die Dranse de Ferret – rechts zum Campingplatz – durch Wald und Gebüsch auf markiertem Weg hinauf – P. 2096 – Passerelle über die Reuse de l‘Amône – Pierre Javelle – in unzähligen Zickzacks die Sonnenflanke hoch – zuletzt links ausholend, dann direkt über eine Felsstufe (Ketten) oder links davon auf normalem Weg zur Cabane de l‘A Neuve (2735 m). Abstieg auf gleicher Route.

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