Vrenelisgärtli – des Glärnisch’s Vorzimmer

 In Wandern/Bergsteigen

Es wott es Vreneli z’Bärg Ga

VRENELISGÄRTLI GL. «Eine junge Frau, Verena mit Namen, wollte einst auf dem Gipfel des Glärnisch einen Garten anlegen. ‹Das ist Gott versucht!›, warnten die Leute im Tal. Verena aber sagte: ‹Ob’s dem Herrgott gefällt oder nicht – jetzt steig’ ich erst recht hinauf!› Über den Kopf stülpte sie einen kupfernen Sennenkessel, damit sie nicht nass werde, wenn es schneie. Als sie aber oben ankam, da schneite es so heftig, dass der Kessel schwer wurde und sie ihn nicht mehr vom Kopf heben konnte. Die Last drückte Verena zu Boden, und der Schnee deckte sie zu. Seither nennen die Leute das viereckige Schneefeld auf dem Gipfel des Glärnisch ‹Vrenelisgärtli›». So geht die Sage des Vreneli, zitiert nach der üppigen und lesenswerten Geschichtensammlung des jahrzehntelangen Wahlglarners Emil Zopfi. «Der Glärnisch ist kein schwieriger Berg», schreibt er, und: «Der Glärnisch ist auch kein hoher Berg. Kein Gipfel des Massivs erreicht auch nur 3000 Meter, und doch wirkt er durch seine Masse, seine zweitausend Meter hohen Felsabstürze und den Gletscher, der wie grönländisches Inlandeis auf der Hochfläche zwischen Ruchen und Bächistock lagert, wie ein gewaltiges Massiv.» Da gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Also, den Rucksack packen, die Bergschuhe schnüren und los!

Text und Fotos: Marco Volken

AUSGANGS- UND ENDPUNKT Klöntal Plätz (853 m). Vom Bahnhof Glarus mit Postauto bis zum Seeende.

EINKEHREN/UNTERKUNFT Gasthäuser in Vorauen (Vorauen, im Plätz), Gasthaus Käsernalp (www.kaesernalp.ch), Glärnischhütte SAC (115 Plätze, www.glhuette.ch, Tel. 055 640 64 00).

KARTEN, LITERATUR Landeskarte 1:25 000, 1153 Klöntal. Rhyner/Jenny/Leuzinger, «Alpine Touren Glarner Alpen», SAC-Verlag. Emil Zopfi, «Glärnisch – Rosen auf Vrenelis Gärtli», AS Verlag.

INFO www.glhuette.ch, www.kloental.com.

SCHWIERIGKEIT L+/T5. Hochtour mit einfachem Gletscherabschnitt (Glärnischfirn, L+), kurzer, aber ausgesetzter Kletterstrecke mit Kettensicherung (Schwander Grat, T5) und felsig-gerölligem Schlussaufstieg zum Gipfel (T4).

ZEIT Tag 1: 3 1/2 h; Tag 2: 8 h

HÖHENDIFFERENZ Tag 1: Aufstieg 1140 m; Tag 2: Aufstieg 1000 m, Abstieg 2140 m.

Die Route:

Aufstieg zur Hütte:

volle Distanz: 8199 m
Maximale Höhe: 1868 m
Minimale Höhe: 803 m
Gesamtanstieg: 31 m
Gesamtabstieg: -1092 m
Gesamtzeit: 02:44:37
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Via Guppengrat (T6)

volle Distanz: 16811 m
Maximale Höhe: 2754 m
Minimale Höhe: 482 m
Gesamtanstieg: 2510 m
Gesamtabstieg: -1105 m
Gesamtzeit: 12:53:01
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STRECKE Klöntal Plätz – auf der Strasse weiter zur Brücke P. 870 – links weiter und auf dem Fahrweg etwas langweilig durch den Stutzwald nach Chlüstalden und Chäseren (bis hier auch mit Taxi, ab Plätz etwa CHF 15 pro Person, Details auf www.kaesernalp.ch) – Wärben – auf Wanderweg immer steiler und kurz auch exponiert nach Grieseren – in vielen Zickzacks zur Glärnischhütte. Weiter auf deutlichem Pfad ostwärts – über eine Steilstufe beim Steintäli – zunehmend felsig, aber sanft geneigt zum Glärnischfirn – im nördlichen Bereich des Gletschers hinauf (einzelne Spalten) – nördlich an der in der Karte eingezeichneten Felsinsel vorbei – Schwander Grat P. 2860 – den Ketten entlang hinunter (manchmal kann man stattdessen durch ein Felsloch nördlich der Ketten absteigen) – über Firn zum Sattel P. 2799 – über leichte Felsen zum Vrenelisgärtli (2904 m). Zurück auf gleicher Route.

VARIANTE Sehr interessant, aber mit T6 auch bedeutend schwieriger ist die Überschreitung des Vrenelisgärtli über den Guppengrat (also via Guppenalp–Guppenfirst– Chanzle). Mehr dazu in Kundert/Volken, «Zentralschweiz Glarus Alpstein», SAC-Verlag.

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