Gnal: Unscheinbarer Aussichtsbalkon

 In Wandern/Bergsteigen

Hüben und Drüben

GNÜLL & GNAL ZH/D. Schwarz und weiss – kaum sind wir dem gelben Bus in Wasterkingen entstiegen, beginnt eine Tour der Gegensätze. «Kleinstes Bauerndorf des Rafzerfeldes, das in sonniger Mulde träumt», urteilt der Meilener Sekundarlehrer Jakob Ess, der 1933 die Zürcherische Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege (ZAW) und ein Jahr später das Pendant auf nationaler Ebene gründete, in seinem Führer «Auf Wanderwegen im Zürcher Unterland, Rafzerfeld und Weinland» (1958). Aber dort steht auch das: In Wasterkingen wurde um 1700 Elsbeth Rutschmann als Hexe auf «dem Scheiterhaufen verbrannt, ihre Verwandten enthauptet». Sonne und Schatten begleiten uns auf dieser Wanderung am Nordrand der Schweiz zu zwei Anhöhen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf dem Gnüll sieht man vor lauter Bäumen den Gipfel nicht. Von der Sitzbank auf dem Gnal geniesst man eine Sicht über die halbe Schweiz, von den Glarner Alpen über Eiger, Jungfrau und Breithorn bis zum Jura. Anders gesagt: Gnüll ist nüll, Gnal die Wahl. Ein Prost auf diese Tour jenseits des Rheins!

Text und Fotos: Daniel Anker

AUSGANGSPUNKT Wasterkingen, Haltestelle Gemeindehaus (ca. 390 m); Postauto von der Bahnstation Hüntwangen-Will an der der Linie Zürich-Rafz-Schaffhausen.
ENDPUNKT Rafz (419 m); Postauto zum Bahnhof Rafz.
EINKEHREN/UNTERKUNFT In der Traube in Wasterkingen, in der Sonne und Krone, im Frohsinn und Pflug (!) in Rafz. Oder im Hirschen in Eglisau, der zu den schönsten Hotels der Schweiz gehört; ein paar Schritte rheinaufwärts kann man herrlich flussbaden.

KARTEN/LITERATUR 1:50 000, 215 T Baden; 1:25 000 1051 Eglisau. Walter Appenzeller: «Auf Wanderwegen im Zürcher Unterland, Rafzerfeld und Weinland», NZZ Libro 2010.

INFO www.rafz.ch

SCHWIERIGKEIT T1. Etwas Orientierungssinn kann nicht schaden, da nicht immer markiert. Eine Wanderung, die immer möglich ist.
ZEIT 2 3/4 h
HÖHENDIFFERENZ Auf- und Abstieg rund 300 m

Die Route:

STRECKE Wasterkingen, Haltestelle Gemeindehaus – nordwärts auf Strassen und Wegen durchs Dorf – beim Schützenhaus kommt man in die Wanderroute – auf ihr über Büelbrunnen und Bergheim bis an die Landesgrenze – ostwärts der Grenze und dem Wanderweg folgen – bei der Trennung nur der Grenze, bis rechts ein Weg abzweigt, der übers Gipfelplateau des Gnüll (588 m) führt und wieder in den Wanderweg mündet – Forsthütte – kurz danach geradeaus gehen, statt links dem markierten Forststrässchen folgen – Strasse (516 m) Hüntwangen-Will – nur kurz auf dem Wanderweg bleiben, dann rechts einen Holzerweg nehmen, der gegen die Hangkante geht – weglos ganz nach vorne und durch den Graben auf die Burg (536 m), eine sogenannte Erdburg – zurück auf den Wanderweg – Strasse (504 m) Wil-Buchenloo – bei der nächsten Wanderwegverzweigung den Aussichtsweg wählen und auf Treppenweg hinab bis ca. 460 m – entlang von Rebbergen, Feldern und Waldstücken nach Sonnenberg oberhalb von Rafz und nach rechts zu einer Strassenverzweigung (480 m). Nun gibt es zwei verschiedene Routen zum Gnal: 1) Auf der offiziellen Wanderroute hinauf zu einem Pferdehof und dann durch Wald. 2) Auf der Wanderroute nach Rafz bis dort, wo sie nach rechts ins Dorf hinunterzieht; nun unmarkiert auf Rebbergwegen und Villensträsschen ostwärts zu einem Weiher, links hinauf auf die Strasse und hinein in den Wald auf den Wanderweg. Gemeinsam auf den Gnal (504 m) hinauf; Grillplatz und Aussichtsbank – auf dem Rebbergweg in 10 Minuten hinab nach Rafz und zur Postautohaltestelle bei der Post.

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