Tour d’Aï: Schweizer Colorado

 In Wandern/Bergsteigen

Monument Valley im Waadtland

TOUR D’AÏ – TOUR DE MAYEN VD. 1963 kam ein Amerikaner nach Leysin, von dem man nicht vermutet hätte, dass er sich auf diesem lieblichen Flecken in den Waadtländer Voralpen niederlassen würde. Aber Chamonix, schon damals das Mekka der besten Alpinisten der Welt, war nicht weit, und in die Granitwände des Mont-Blanc-Massivs legten John Harlin und seine Freunde ein paar aufsehenerregende Routen. In Leysin gründete er die International School of Modern Mountaineering (ISM), als Lehrer verpflichtete der 1966 in der Eigernordwand verunglückte Harlin bekannte angloamerikanische Bergsteiger. In die Kletterschule brauchten sie nicht nach Frankreich zu fahren, denn gleich oberhalb von Leysin streben zwei Zwillingstürme und ein etwas abseits stehender dritter Turm, die Tour de Famélon, in den blauen Himmel, welche die Climbers an die rötlichen Sandsteintürme im Monument Valley erinnern mussten, und deren sonnig-senkrechte Kalkwände geradezu zum Klettern herausfordern. So erstaunt es nicht, dass die englischsprachigen Alpinisten an den Tours de Leysin ihre Spuren hinterliessen. Vor allem Dougal Haston, mit Don Whillans Erstdurchsteiger der Annapurna-Südwand, erforschte die Felswände oberhalb Leysin systematisch. 1977 kam er dort, am Grashügel La Riondaz, in einer Lawine ums Leben. Nun, auch für Wanderer sind Tour d’Aï und Tour de Mayen nicht ganz ungefährlich. Wer an einem Ort stolpert, wo man dies nicht tun sollte, wird nie mehr übers Colorado Plateau zum Totem Pole reiten können.

Text: Daniel Anker und Marco Volken

AUSGANGSPUNKT Bergstation Berneuse (2045 m), Gondelbahn von Leysin; vom Bahnhof Leysin-Feydey 10 Min. Ostwärts zu Fuss zur Talstation (ca. 1320 m). Nach Leysin selbst mit dem Zug von Aigle an der Bahnlinie Lausanne – Sion.
ENDPUNKT Leysin-Feydey (1398 m)
EINKEHREN/UNTERKUNFT Berneuse. Refuge de Mayen (mit 8 Plätzen), Tel. 024 494 15 06. In Leysin zum Beispiel Hotel La Tour d‘Aï, Tel. 024 493 22 80.

KARTEN/LITERATUR Landeskarte 1:25 000, 1264 Montreux, 1265 Les Mosses, 1284 Monthey. 1:50 000, 262 T Rochers de Naye, 272 T St-Maurice. Anker/Schnegg: «Gruyère – Diablerets», Rother Wanderführer 2006. Remy, «Alpes et Préalpes vaudoises», SAC Verlag 2011. Hüsler/Anker, «Die Klettersteige der Schweiz», SAC Verlag 2012.

INFO www.leysin.ch

SCHWIERIGKEIT T3. Die Gipfelwege sind ausgesetzt und verlangen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Meist markierte, an der Tour d’Aï versicherte Bergwege.
ZEIT 6 h
HÖHENDIFFERENZ Aufstieg 950 m, Abstieg 1600 m

Die Route:

STRECKE Bergstation Berneuse – Lac und zu den Chalets d’Aï (1891 m) – schräg rechtshaltend hinauf zu Rinne in Felsband ermöglicht – Querung nach links – Grashang – Südostgrat (Leiter, Kabel, Geländer) – abschüssiger Schattenhang –zuletzt von Norden auf die Tour d’Aï (2331 m) – zurück an den Fuss der Felsbandrinne – Lac de Mayen (1824 m) – nordostwärts ansteigen zu P. 1920 m – schräg hinauf zum Lac Segray (2065 m) – Plan de Mayen – um Südgrat herum in steile Südwestflanke – zwischen Felsbändern und durch grasige Felsrinne – Tour de Mayen (2326 m) – zurück zum Lac de Mayen – ostwärts um Bergstation Mayen herum – Wanderroute auf Wegen, Strässchen und Skipisten hinab nach Leysin-Feydey.

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