Gletschertrekking Wallis

 In Wandern/Bergsteigen

Von Saas Fee bis Grächen

Tag 1:
Seit die Gletscher von Allalin und Hohlaub mehr und mehr schrumpfen, führt ein Glacier Trail vom Mattmark-Stausee im oberen Saastal zur Britanniahütte und weiter nach Saas-Fee. So kommen auch Wanderer ohne Gletscherausrüstung zu ihrem hochalpinen Abenteuer. Mit Sicherheit der schönste Zustieg in die Gletschermetropole Saas-Fee, wo ansonsten der Betonbunker des Parkhauses der erste Eindruck wäre. Weiss-blau-weisse Markierungsstangen weisen den Weg über den Eisteppich, der je nach Blickwinkel so runzlig wirkt wie Elefantenhaut. Jenseits auf einem Kamm thront die Britanniahütte, ein kleiner Punkt, der nur langsam näher rückt. Von der Britanniahütte führt der Weg über den winzigen Rest des Chessjengletschers zum Höhenweg gen Plattjen. An der Bergstation Plattjen erspart eine Gondel den Abstieg nach Saas Fee.

Tag 2:
Vielleicht schwebt man anderntags mit der Gondel zur Hannigalp hinauf, wo sich der Gletscherkessel von Saas Fee am eindrücklichsten zeigt. . Startet man im Dorf, führt er durch das Wildi-Viertel, wo Zuckmayer’s Wohnhaus steht, in knorrigen Lärchenwald hinein, um dann über der Waldgrenze spektakulär durch die schroffe Westseite des Saastals zu balancieren. Zahlreiche Runsen und Gräben müssen dabei ausgegangen werden. Wildbäche rauschen in die Tiefe. Blockfelder kreuzen den Weg. Pure Wildnis auf strammen sieben Marschstunden, die Trittsicherheit verlangen. Auf der gegenüberliegenden Talseite reihen sich Fletschhorn, Lagginhorn und Weissmies. Mit Blick auf den Berner Alpenkamm biegt die Route vom Saas- ins Mattertal ein, wo das Gipfelreigen von Weisshorn, Brunegghorn und Matterhorn abgelöst wird.

Tag 3:
Grächen liegt, laut Niederschlagsstatistik, auf der trockensten Höhenterrasse der Schweiz. Kein Wunder, dass hier gleich vier Suonen das kostbare Wasser aus dem Riedbach holen. Dieser wird vom Riedgletscher gespeist, zu dem man anderntags vordringen kann. Als schönsten Zustieg empfielt sich die Suone Eggeri, die oberste und älteste der Vier, die parallel zueinander durch den Waldhang verlaufen. Der Weg führ bis zur Kapelle von Schallbettu am Riedbach und dann über die Suone Drieri zurück nach Grächen.

Text Iris Kürschner | Fotos Iris Kürschner, Dan Patitucci

EINKEHREN Britanniahütte, 3030 m, SAC-Sektion Genf, 133 Betten, Tel. 027 957 22 88, britannia.ch
WellnessHostel4000, Tel. 027 958 50 50, wellnesshostel4000.ch
Grächen: Turm Hotel & Spa Grächerhof, Tel. 027 956 25 15, graecherhof.ch
Ab einer Übernachtung in Saas­ Fee sowie im oberen Saastal bekommt man den Bürgerpass, der zur freien Benutzung von Postauto und Seilbahnen ermächtigt.

KARTEN, LITERATUR Swisstopo 1: 50’000, Blatt 284 T Mischabel; Blatt 274 T Visp.

Die Route:

volle Distanz: 48743 m
Maximale Höhe: 3023 m
Minimale Höhe: 1623 m
Gesamtanstieg: 4581 m
Gesamtabstieg: -5125 m
Gesamtzeit: 04:42:22
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STRECKE Mattmarksee – Schwarzbergchopf – Glacier Trail – Britanniahütte(4 Std., T4)

Britanniahütte – Bergstation Plattjen (1.30 Std., T3)

Saas-Fee – Grächener Höhenweg – Hannigalp (7 Std., T4)

Grächen – Suone Eggeri – Aufstieg Richtung Bordierhütte bis zur Brücke über den Riedbach – Gletschertor Riedgletscher (2.15 Std., T3)

Rückweg auf der linken Seite des Riedbaches – Schallbettu-Kapelle – Suone Drieri – Grächen (1.45 Std., T3)

SPANNENDE VARIANTE Vom Gletschervorfeld über Alpja den Aufstieg Richtung Bordierhütte bis zum Abzweig bei P. 2707 (1.45 Std.), dort rechts in exponierter Querung zum Europaweg (1 Std., T4), rechts zum Grathorn mit der Statue des Heiligen Bernhard und Abstieg nach Gasenried (2 Std., T3)

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