Ochsehorn

 In Wandern/Bergsteigen

Über die Heiden und den Öchslegrad

Ochsehorn / VS. «Der Heiden (geläufiger «Heida») ist ein gefährlicher Beinbrecher, der die Zunge löst und den Menschen in die glückseligste Stimmung zu versetzen vermag. Es wird von diesem Wein erzählt, dass man beim Genusse einer hinreichenden Menge ‚unendlich gescheit reden könne, man fühle sich ungemein glücklich und reich, und besitze die Kraft eines Riesen.‘» So beschreibt Dr. Friedrich Gottlieb Stebler in seiner 1901 erschienenen Monographie «Ob den Heidenreben» das flüssige Gold des höchsten Weinberges Europas, das Visperterminen so berühmt machte. Der Landwirtschaftswissenschaftler und Ethnograph, von 1876 bis 1900 Privatdozent an der ETH Zürich, fügt bei: «Die Einheimischen scheinen ihn besser zu ertragen als die Fremden.» Kleinbeerig und ertragsarm, doch in den Trauben konzentrieren sich pralle Öchslegrade, die den Alkoholgehalt auf 14 Prozent schrauben.

Den Ballon Heidawein hebt man sich also besser für nach der Tour auf. In glückselige Stimmung kommt man auf der Kammroute zum Ochsehorn von ganz alleine. Falls das Wetter passt. Dann zeigt sich eine gigantische Rundumsicht, zum Berner Alpenkamm mit Bietschhorn und Aletschgletscher, zum Monte Leone und ganz nah Fletschhorn, Mischabelgruppe und Weisshorn.

Beim Rückweg durch das Nanztal übernimmt sozusagen der Wein wieder die Führung, in Form der Suone Heido. Aus der Zeit der Heiden, also noch vor der Evangelisation, brachte dieser Wasserkanal schon das kostbare Nass vom Gamsagletscher an die durstigen Reben, die bis zum Gibidum gewachsen sein sollen.

Text und Fotos: Iris Kürscher

AUSGANGSPUNKT UND ENDPUNKT Postauto vom Bahnhof Visp nach Visperterminen, Sesselbahn zum Giw

EINKEHREN Einzige Einkehrmöglichkeit am Ausgangs- und Endpunkt: Bergrestaurant Giw, Tel. 027 946 36 48.
In Visperterminen: Hotel Gebidum, Tel. 027 948 11 11, www.gebidum.ch
Hotel Rothorn, Tel. 027 946 30 23, www.hotel-rothorn.ch

KARTEN, LITERATUR Swisstopo 1:50 000, Blatt 274 T Visp.

INFO heidadorf.ch

SCHWIERIGKEIT T3. Durchgehend markierter Bergpfad, am Kamm sind ein paar heikle Stellen mit Drahtseil und Eisentritten entschärft.

ZEIT Giw – Ochsehorn 3 1/2 h, Ochsehorn – Blausee – Gibidum – Giw 3 h, gesamt 6 1/2 h

HÖHENDIFFERENZ 975 m

Die Route:

volle Distanz: 15313 m
Maximale Höhe: 2888 m
Minimale Höhe: 1959 m
Gesamtanstieg: 1288 m
Gesamtabstieg: -1290 m
Gesamtzeit: 01:29:50
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STRECKE Von der Bergstation Giw (1962 m) in den Pfad Richtung Bord südöstlich bergwärts, bis er bei Punkt 2145 auf den Höhenweg nach Gspon stösst. Auf diesem rechts nur wenige Meter, dann folgt man links der weiss-blau-weissen Markierung zum Ochsehorn. Durch ein Tälchen steil auf den breiten Kamm und diesem entlang nach Süden. Der Pfad umgeht immer wieder einige Felsen mit leichten, gesicherten Kletterstellen. Schliesslich steilt sich das Gelände auf und man gewinnt über einen Blockgrat das Ochsehorn (2912 m) mit Gipfelkreuz und Gedenktafel an den Visperterminer Bergführer Mike Burgener. Vom Gipfel den Südkamm hinunter und östlich ins Gspontälli. Am Blausee vorbei zur Suone Heido. Am Wasserkanal entlang bequem durch das Nanztal zum Gibidumpass (2201 m) und zurück zur Bergstation Giw.

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