Tourentipp: Tschingelhorn (VS/BE)

 In Reise/Touren, Ski/Snowboard

Kitschig schön

Sie liegt bereits im Sommer ziemlich weitab vom Rummel (ausser von jenem der Helikopter). Und im Winter wird es um die Mutthornhütte noch viel stiller (ausser wenn Heliskifahrer unterwegs sind, was aber bloss tagsüber der Fall ist, und meist nur an Wochenenden). Was liegt also näher, als mal im März oder April in der unbewarteten Hütte einzukehren und den kitschig schönen Sonnenunter- und -aufgang zu geniessen? Am nächsten Tag lediglich zum Petersgrat zurückzukehren und dann ins Tal zu fahren, wäre allerdings etwas gar faul – deshalb steigen wir unterwegs noch aufs Tschingelhorn.

Text und Fotos: Marco Volken

AUSGANGSPUNKT Gandegg (2717 m). Von Goppenstein per Postauto nach Wiler (Lötschen) Talstation, dann per Seilbahn und Sessellift via Lauchernalp zur Gandegg (lauchernalp.ch)

ENDPUNKT Blatten (1525 m). Postauto nach Goppenstein

VARIANTE  Hübsch sind die möglichen Abstecher am ersten Tag: der Elwertätsch (WS–), das Birghorn (WS) und, ganz empfehlenswert wegen der Aussicht, aber auch einiges länger, das Wätterhoren (WS–, vom Petersgrat unter dem Kleinen Tschingelhorn queren und dabei nicht zu hoch halten, danach allmählich zum Gipfel ansteigen, grosse Spalten in Marschrichtung).

EINKEHREN  Sollten die Verhältnisse keine Besteigung der Pointe de Tosse erlauben, kann man sich mit dem auf der Landeskarte ebenfalls namenlosen Gross Tosse (1374 m) trösten.

KARTEN Skitourenkarte 1:50’000, 264S Jungfrau, Landeskarte 1:25’000, 1248 Mürren, 1268 Lötschental

LITERATUR Schnegg/Anker, «Skitouren Berner Alpen Ost», SAC-Verlag

AKTUELLE VERHÄLTNISSE Tschingelhorn bei www.gipfelbuch.ch

SCHWIERIGKEIT
ZS. Der Aufstieg zum Tschingelhorn ist alpinistisch (Steigeisen, Pickel, Seil), die Abfahrt ins Lötschental zum Teil recht steil (und bei schlechter Sicht nicht ganz einfach zu finden).
GEHZEIT Tag 1: Aufstieg 3 ½ h; Tag 2: Aufstieg 3 ½ h
HÖHENDIFFERENZ Tag 1: Aufstieg 580 hm, Abfahrt 400 hm; Tag 2: Aufstieg 750 hm, Abfahrt 2125 hm

ROUTE
Gandegg – waagrecht nord-nordostwärts zum Fuss des Felssporns P. 2919 – nordostwärts weiter – über einen kurzen Steilhang zum Sattel links von P. 2911 – die Richtung beibehalten und in einigem Auf und Ab unter Sackhorn, Elwertätsch und Birghorn zum Petersgrat (3202 m) – Sattel P. 3115 – etwas rechts haltend gegen die Mutthornhütte hinab – links um den Windkolk herum zur Hütte (der Eingang liegt auf der Nordseite und muss meist freigeschaufelt werden). Von der Hütte zurück Richtung P. 3115 – um den Fels P. 3163 auf die Sonnenseite – leicht hinab, dann wieder ansteigend in die vergletscherte Hochmulde am Südfuss des Tschingelhorns (Spalten!) – zum Fuss der markanten Schneerinne durch die Südflanke – Skidepot – zu Fuss hinauf (45 Grad) bis ca. 3420 m – nach rechts aus dem Couloir hinaus (47 Grad, etwas ausgesetzt) – über Schneefelder und Felsbänder zum Grat – über diesen (luftig) zum Tschingelhorn. Abstieg zum Skidepot – westlich ausholend auf den Üsser Talgletscher abfahren – auf diesem hinab – entweder a) wie in der Skitourenkarte eingezeichnet durch die schmale Rinne zum Abschluss des Inners Tals hinab (auf keinen Fall rechts des Bacheinschnitts fahren, Felsabbrüche!), oder b) ab ca. 2800 m nach links halten und von Nord-Nordosten her zum P. 2344 hinab – das lange Tal ausfahren – spätestens ab 2000 m links des Bachs bleiben – Fafleralp – auf der im Winter schneebedeckten Strasse (Winterwanderweg) mühelos nach Blatten.

volle Distanz: 23818 m
Maximale Höhe: 0 m
Minimale Höhe: 0 m
Gesamtanstieg: 0 m
Gesamtabstieg: 0 m
Gesamtzeit: 02:22:56
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