Trentino: Die schönsten Klettersteige

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Ferrata-Mutterland

Wilde Felsgebilde, gezackte Grate und unwirkliche Berglandschaften: Die Dolomiten sind die Heimat der Klettersteige. Liebhaber der Eisenwege finden hier die schönsten und spektakulärsten Felsfahrten der Alpen. Wir stellen die Highlights im Trentino vor.

Text: Stefan Herbke
Aufmacherfoto: Alberto Campanile/pg visitfiemme.it

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Klettersteig Trentino: Die Touren

Unter den Cimon della Pala

Vom Rollepass aus betrachtet erscheint der Cimon della Pala (3184 m) als kühnes, fast filigranes Felshorn, San Martino überragt er dagegen mit breiter Wand wie eine Burg. Während der Gipfel selbst Kletterei erfordert, kommen Klettersteigfreunde zumindest bis auf eine Geröllterrasse am Fuss des Gipfelaufbaus. Der Klettersteig Bolver-Lugli zählt zu den schönsten Eisenwegen der Pala und folgt weitgehend einer vom Geschwistertrio Langes 1919 eröffneten Route. Ohne Drahtseil wäre das eine Kletterei im III. Schwierigkeitsgrad.

STRECKE Von San Martino di Castrozza mit der Gondelbahn zur Bergstation Colverde – auf einem Steig zum schrofigen Vorbau und zum Beginn des Drahtseiles in 2550 Metern Höhe – über die Ferrata Bolver-Lugli durch die stark gegliederte Wand zur Südschulter des Cimone della Pala zum Biv. Fiamme Gialle (3005 m) – weiter in den Passo del Travignolo und Abstieg durch das Valle dei Cantoni – Gegenanstieg zum Passo Bettega und zur Seilbahnbergstation unter der Rosetta – mit der Seilbahn ins Tal.

SCHWIERIGKEIT K3-4
GEHZEIT 6 h
DISTANZ 5,5 km
HÖHENDIFFERENZ 1260 m (bergauf), 565 m (bergab)
AUSGANGSPUNKT San Martino di Castrozza

Rund um den Sass Maor

Gleich drei Klettersteige auf einen Schlag sammelt man bei der Umrundung des Sass Maor. Der markante Felsklotz zwischen San Martino di Castrozza und dem Val die Canali gehört zu den abweisendsten Riesen der Pala und steht bei Kletterern hoch im Kurs. Nicht auf den höchsten Punkt, aber durch die Wände am Fuss des Gipfels führen einige überaus lohnende, wenn auch recht luftige Klettersteige.

STRECKE Vom Parkplatz durch das Val Pradidali nach Pedemonte – im Bogen nach links zum Vorbau des Sass Maor – über den Jägersteig (Sent. del Cacciatore) zum Rif. Velo della Madonna (2358 m) – auf der Ferrata del Velo und der Ferrata del Porton über die Forcella di Porton zum Rif. Pradidali (2278 m) – Abstieg durch das Val Pradidali nach Cant del Gal.

SCHWIERIGKEIT K3-4
GEHZEIT 7.30–9 h
DISTANZ 11,5 km
HÖHENDIFFERENZ 1880 m
AUSGANGSPUNKT Cant del Gal (1160 m) im Val Canali

Via Ferrata dei Campanili

Die höchsten Gipfel des Latemar stehen am Nordrand der Gruppe, wilde Felszacken findet man am Südrand, und dazwischen breitet sich eine ausgedehnte Hochebene aus, die auf guten Steigen problemlos zu durchqueren ist. Richtig spannend wird es dann am Nordrand, wo sich mit dem Östl. Latemarturm der höchste Gipfel der Gruppe erhebt. Ein markanter Felszahn mit auffallender Gesteinsschichtung, der südseitig im unteren Bereich von einem Steig und weiter oben von der Via Ferrata dei Campanili (Latemartürme-Klettersteig) gequert wird.

STRECKE Mit den Bergbahnen zur Baita Passo Feudo (2200 m) – über einen Wiesenrücken, später über Geröll zum Rif. Torre di Pisa am Südrand des Latemar – mit etwas Höhenverlust auf die Hochfläche – östlich unter der Gamsstall- und Erzlahnscharte vorbei zum Einstieg des Klettersteigs bei der Rotlahnscharte – über den Klettersteig (zum Teil Gehgelände, eine leichte Kletterstelle ohne Drahtseilsicherung) zur Grossen Latemarscharte (2650 m) – kurz absteigen und auf dem Steig 18 zurück unter die Rotlahnscharte – auf dem Anstiegsweg zurück zum Passo Feudo – mit den Liften ins Tal.
DIVERSES: Empfehlenswert ist die komplette Überschreitung des Latemar. Dabei folgt man bei der Grossen Latemarscharte dem Weg 18 zur Kleinen Latemarscharte und steigt dort ab zum Karerpass. Mit dem Bus über Moena zurück nach Predazzo.

SCHWIERIGKEIT K3
GEHZEIT 8 h
DISTANZ 11,5 km
HÖHENDIFFERENZ 950 m
AUSGANGSPUNKT Predazzo

Auf die Königin der Dolomiten

Die Marmolada ist der höchste Gipfel der Dolomiten und eine Ausnahmeerscheinung in dieser an fotogenen Felsklötzen reichen Landschaft. Der Name hat einen zauberhaften Klang und ein einziger Blick auf die Marmolada beweist es: Bei diesem Berg stimmt einfach alles. Von Norden betrachtet steht da ein wuchtiger Klotz mit einer riesigen Flanke, verziert von einem manchmal weiss strahlenden Gletscher, von Süden gesehen erhebt sich eine mächtige, zwei Kilometer breite und bis 800 Meter hohe Wandflucht, durch die schwerste Kletterrouten führen. Mit am häufigsten begangen wird der Klettersteig über den Westgrat, in Verbindung mit dem Abstieg über den Normalweg über den Gletscher eine hochalpine Runde.

STRECKE Mit dem Auto zum Lago di Fedaia und mit dem Korblift zur Bergstation am Pian dei Fiacconi (2625 m) – auf dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 2 Querung unter der Nordflanke der Marmolada – über Gletscherreste zum Beginn des Klettersteigs – über die Forcella della Marmolada (2896 m) und den Westgrat auf die Marmolada (3343 m) mit der kleinen, bewirtschafteten Gipfelhütte – Abstieg über den Firnrücken Richtung Nord – durch eine drahtseilgesicherte Felsrinne hinunter zum Marmolada-Gletscher – über diesen (Spalten) zur Bergstation des Korbliftes.

SCHWIERIGKEIT K2/WS-
GEHZEIT 5 h
DISTANZ 6 km
HÖHENDIFFERENZ 900 m
AUSGANGSPUNKT Penia

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