Burley Nomad

Fazit:

Der Nomad von Burley ist ein leistungsfähiger Anhänger für Radtrips mit dem Zelt. Am Trekkingbike wie am Mountainbike (Hardtail) schlägt sich der Nomad bestens. Und solange einfachere Trails nicht zu schmal sind, ist er selbst dort gut aufgehoben. Auf Asphalt ist der Nomad, einmal ins Rollen gebracht, kaum zu spüren. Das Ladevolumen stimmt genau für zwei Personen – und eine Nummer größer wäre dem Handling in Bus & Bahn nicht zuträglich. Auch starkem Dauerregen kann der Nomad trotzen.

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Testeindruck

Burley Nomad im Test: Schnell im Aufbau, ruhig auf der Strasse

Der Aufbau des Nomad gelingt auch ohne Anleitung problemlos und in wenigen Minuten. Die Laufräder rasten automatisch auf der Steckachse ein. Per Knopfdruck auf die Nabe (die Schutzkappen für den Druckbolzen gehen leider schnell verloren) lassen sich die Räder abziehen und verstauen – ideal in Bahn und Bus, aber auch im Kofferraum. Genauso verhält es sich mit der in Sekunden montierten Deichsel: Einstecken, Bolzen durch, Sicherungsring spannen – fertig.

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Analog wird der Anhänger mit dem Rad verbunden. Dazu wird einfach das  Kupplungsgelenk hinter der Schnellspann- oder Steckachse des Hinterrads eingespannt. Dieses verbleibt fest am Rad. In das Gelenk wird die Deichsel geschoben, Bolzen durch, Sicherungsring spannen – ebenfalls fertig.

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Stauraum

Eigentlich ist der Nomad aber dafür gemacht, direkt von zu Hause aus aufzubrechen. Die 105 Liter Volumen nehmen problemlos Zelt, Kocher sowie Schlafsack und Isomatten für zwei Personen samt dem ganzen Zusatzkram (Kleidung, Kamera…) auf – genau richtig für einen Wochentrip mit dem Bike. Dabei ist der Nomad gerade noch so gross, dass man ihn tragen kann, etwa an Bahnhofstreppen. Zwei angenähte Griffe links und rechts würden das Ganze allerdings noch erheblich erleichtern – per Do-it-yourself lassen sich die aber nachträglich anbringen.

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Die Stautaschen am Ende und den Seiten sind perfekt platziert. So gelangt man an die wichtigsten Dinge, auch wenn der Anhänger randvoll gepackt ist (die Top 3: Landkarte, Sonnencreme, Fahrradschloss). Lobenswert ist auch der variable „Raumteiler“, der standardmäßig genau unter der Fixierung der Abdeckung eingehängt ist. So kann man beispielsweise Zelt und Isomatten vorne, Kleidung und anderes hinten verstauen, und muss jeweils nur eine Seite der Abdeckung öffnen. Wer den Überzug zwingend ganz abziehen will, kann die Inbusschrauben natürlich auch entfernen.

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Verarbeitung

Zu den Materialien: Auf der Testtour vom Bodensee zum Königssee stand der Nomad gleich zu Beginn fast 20 Stunden ungeschützt im Lindauer Regen – innen war alles knochentrocken. Ganz wasserdicht ist allerdings wohl nur die gelbe Oberseite, denn nach Fahrten durch tiefe Pfützen, in die der Nomad mit der Vorderkante eintauchte, sammelte sich etwas Spritzwasser im Anhänger. Untersucht man die Nähte des schwarzen Bodens ganz genau, so scheint an manchen Stellen etwas Licht durch den Stoff. Wer ganz penibel ist, dichtet hier mit Seamgrip nach. Ansonsten sollten ohnehin alle Güter im Anhänger in Packsäcken sein. Ein richtiger Wassereinbruch ist definitiv nicht zu erwarten.

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Fahrverhalten

Solange man sich auf Asphalt befindet, ist der Rollwiderstand kaum zu spüren – steilere Anstiege freilich ausgenommen. Spürbar anstrengender wird es erst, wenn es in tiefere Schotterwege geht. An Zug und Schub des Anhängers gewöhnt man sich schnell. Nur die Kupplung verlangt regelmässige Ölung, sonst quietscht der Anhänger bei jedem Tritt.

Die Breite des Nomad bereitet in der Praxis übrigens keine Probleme – wo ein 700 mm breiter Lenker durchpasst, geht meist auch der Burley hindurch. Wenn überhaupt ist es die Länge, die einschränkt: Ganz enge Wendekreise gehen mit einem 29er nicht, da sonst das Hinterrad in der Deichsel klemmen bleibt. Aus der Fahrt heraus ist das kein Thema – eher dann, wenn man nach einer Pause das abgestellte Rad wenden will.

Ganz wichtig: Die Montage eines Fahrradständers empfiehlt sich sehr, will man nicht bei jeder Pause nach einem freien 3-Meter-Plätzchen zum Anlehnen Ausschau halten. Auf 500 km gab es keinen Platten zu beklagen. Falls doch einmal etwas sein sollte: In den 16 Zoll-Reifen sind 1,75-Zoll breite Schläuche mit Autoventil verbaut. Laut Burley soll 2017 eine Variante mit 3 Zoll breiten Plus-Reifen erhältlich sein.

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Stärken:

+ abnehmbare Click-Räder

+ kompakt trotz viel Volumen
+ gutes Befestigungssystem am Rad

+ ruhiges Fahrverhalten

Schwächen:

keine Griffe am Anhänger (z.B. für Treppen am Bahnhof)

– Gelenk neigt zum Quietschen

– mit 29-Zoll-Laufrädern Wendekreis manchmal zu eng

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Zusätzliche Information

Spezifikationen

Gewicht: 8 kg
Zuladung: 45 kg
Volumen: 105 Liter
Preis: 429,- EUR

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