Getestet: Ventrix Jacke von The North Face

Fazit:
Mit gelaserten Belüftungslöchern, die sich bei Bewegung öffnen und für Dampfdurchlass sorgen sollen, geht die Ventrix von The North Face an den Start. Wir haben sie auf mehreren Skitouren getestet – mit ihrem relativ hohen Gewicht und entsprechend guter Isolationsleistung spielt sie für uns ihre Stärken am ehesten an richtig kalten Tagen aus. Bei Normal-Temperaturen und eher sportlichen Aktivitäten gerät man doch recht schnell ins Schwitzen.

Testeindruck

Laser-Show

Für den Herbst/Winter 2017 hat Branchenriese The North Face den Begriff „Ventrix“ ins Spiel gebracht: Per Laser aus dem Stoff geschnittene Belüftungslöcher sollen sich bei Bewegung öffnen, bei Stillstand jedoch geschlossen bleiben und damit die Körpertemperatur regulieren. Wir haben eine der Jacken aus dem neuen Stoff getestet. 

Zunächst zur Ausstattung: Die Ventrix von The North Face verfügt über zwei seitliche Handwärmertaschen und eine Brusttasche, die allesamt mit Reissverschlüssen verschlossen werden können. Der grosse Front-RV (Vislon) läuft sehr gut ohne zu verhaken und ist, wie erwartet bei einer Midlayer-Jacke, nicht aufwendig abgedeckt oder mit Zwei-Wege-Schlitten versehen. Die Ärmelbündchen sind elastisch und schliessen gut ab, der Hüftsaum kann über zwei Gummizüge reguliert werden. Positiv ist uns die Passform aufgefallen: Grösse M bei 1,80 m Körpergrösse waren ideal, die Jacke ist nicht, wie so viele andere, am Hüftbund zu knapp geschnitten. Die Jacke engt nirgends ein, die Ärmel rutschen bei Überkopf-Bewegungen nicht hoch. Hier macht sich der 8-prozentige Elasthan-Anteil in Ober- und Futterstoff positiv bemerkbar.  Zwischen Baselayer und Ventrix passt (rein theoretisch) auch noch eine dünnere Zwischenschicht.

Laserlöcher statt Bodymapping

Wie es sich für eine Sportjacke gehört, ist die Ventrix mit Synthetik-Material (Polyester, 80 g/m²) gefüllt – man muss also keine Angst haben, dass die Daunenfüllung bei Nässe verklumpt und nicht mehr wärmt. Allerdings waren wir etwas irritiert, dass eine Jacke, die als „temperaturregulierend“ beworben wird, auf Bodymapping verzichtet: Die Füllung ist an allen Zonen der Jacke gleich stark, geht also nicht auf unterschiedliche Schwitz-Zonen des menschlichen Körpers ein.

Stattdessen soll die Temperaturregulierung über die namensgebenden, gelaserten Belüftungsschlitze stattfinden. Die Schlitze, die eigentlich eher Löcher von 2 mm Durchmesser sind, hat The North Face unter den Armen und im oberen Rückenbereich verteilt. Laut Hersteller sollen die Schlitze „geschlossen bleiben, wenn der Träger sich nicht bewegt und so die Wärme im Inneren halten. Bewegt sich der Sportler, öffnen sich die Schlitze und sorgen für Atmungsaktivität und eine optimale Regulierung der Körpertemperatur.“

Ruhig und kalt statt heiss und sportlich

Im Test haben wir rein optisch kein solches „Öffnen und Schliessen“ der Schlitze feststellen können. Auf einer Test-Skitour bei ca. -2 °C Temperatur und normalem Unterhaltungs-Gehtempo kam dennoch kein Unbehagen auf, weder durch Überhitzen noch durch Frösteln. Bei flotterer Gangart oder wärmeren Temperaturen bringt man die Ventrix aber relativ schnell an die Grenzen. Überhitzen wird man zwar nicht so schnell, da die Jacke subjektiv sehr viel Feuchtigkeit aufnimmt – das Gewicht der Jacke liegt bei 420 Gramm. Bleibt man dann jedoch stehen, ist man stark geneigt, die Jacke zu wechseln, um nicht zu frieren, zumal die Rücktrocknung (abermals subjektiv) etwas dauert.

Positiv überrascht hat uns dagegen das hohe Isolationsvermögen der Jacke, ganz besonders, solange sie noch nicht von einer schweisstreibenden Skitour durchgeschwitzt wurde. Laut Hersteller wurde die Jacke vom deutschen Alpinist David Göttler im Himalaya erprobt: Als Aussenschicht beim Trekking in niedrigeren Lagen sowie als Zwischenschicht bei der Besteigung des Achttausenders Shisha Pangma. Letzteren Einsatzzweck konnten wir nicht aus eigener Anschauung überprüfen – wir bestätigen aber nach dem Test, dass die Ventrix ihre Stärken in kalten Situationen und eher ruhigen Aktivitäten wie Trekking und Bergsteigen ausspielt, in der nicht viel Wasserdampf (in Form von Schweiss) bewältigt werden muss. Für sportlichere Einsatzzwecke wie unsere Test-Skitouren ist das mittlerweile weit verbreitete Bodymapping unserer Ansicht nach besser geeignet als die Laser-Löcher der Ventrix-Jacke.

 

Der Schlafsack wurde von The North Face zu Testzwecken zur Verfügung gestellt und nach zwei Monaten retourniert. 

 

 

STÄRKEN

guter, bequemer, eher lockerer Schnitt
guter Dampfdurchlass bei ruhigeren Aktivitäten
subjektiv recht hohe Isolationswerte

SCHWÄCHEN

– kein Bodymapping
– subjektiv eher langsame Rücktrocknung

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