Multitalent: Polar M450

Fazit:

Der M450 bietet unzählige Funktionen, die auch den ambitioniertesten Radfahrer zufriedenstellen sollten, solange er von seinem Radcomputer keine Routenführung erwartet. Schade für Multisportler, dass der Computer nur am Lenker und nicht am Handgelenk tragbar ist.

Testeindruck

Multitalent: Polar M450

Wer bei Radcomputer etwas nostalgisch an das beständige Klicken des an einer Speiche angeschraubten Metallstifts denkt, der hat in den letzten Jahren den einen oder anderen Quantensprung verpasst. Der «Tachometer» von heute bietet neben den klassischen Funktionen eines Radcomputers nämlich auch seine Dienste als Smart-Coach, Leistungsdiagnostiker, intelligente Fahrradlampe und Navigationssystem an. Vom Kilometerzähler ist der Polar M450 damit ungefähr soweit entfernt, wie Mailand von San Remo.

Individuelle Anzeige

Der Nutzer hat die Qual der Wahl, welche Daten er während des Trainings messen und anzeigen lassen möchte. Man merkt beim Fahren aber relativ schnell, welche Informationen für einen persönlich interessant sind und welche nicht. Für sechs mögliche Radsportarten lassen sich bis zu acht verschiedene Displayansichten einstellen: Uhrzeit, Umgebung, Körpermessung, Distanz, Geschwindigkeit, Schritt-/Trittfrequenz und Leistung, wobei jede Kategorie nochmals zahlreiche Unterkategorien zur Auswahl stellt. Sollte man sich einmal verfahren haben, so zeigt einem der Pfeil der «back-to-start»-Funktion zumindest die Luftrichtung, in der der Startpunkt der Tour liegt. Eine vollwertige GPS-gestützte Routenführung bietet der M450 jedoch nicht.

Funktionsumfang

Daten wie Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, gefahrene Höhenmeter, Grad der Steigung, Temperatur etc. gehören zu den eher simplen Parametern, die der M450 liefert. Nach einer Ausfahrt kann man außerdem ablesen, wie hoch der prozentuale Fettanteil an den verbrannten Kalorien war und welchen «Trainingsbenefit» man erreicht hat. Wer sich richtig angestrengt hat, bekommt auf dem Display Pokale für die am meisten gefahrenen Höhenmeter, die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit oder die längste gefahrene Strecke.

Geduld beim Einrichten

Diese Dienste lässt sich der «Coach» zunächst aber teuer bezahlen, und zwar in aufgewendeter Zeit. Einige Geduld braucht man für die 82 Seiten der Gebrauchsanleitung und das Konfigurieren des M450. Plug&Play sieht anders aus – dafür bekommt der Nutzer individuelle Einstellungsvarianten. Wer keine Lust auf Gebrauchsanleitung hat, lässt sich auf der Website helfen und kann so zumindest die Grundfunktionen nutzen. Und wenn man schon mal online ist, dann sollte man auch gleich ein kostenloses Konto auf Polars Flow-Webservice einrichten, ansonsten lässt sich der M450 nämlich nur mit Einschränkungen einsetzen. Für alle die noch mehr «digital» wollen, gibt es die Polar Flow-App. So lassen sich sämtliche Trainingsdaten per Bluetooth vom Radcomputer auf das Smartphone überspielen und von dort mit Gleichgesinnten weltweit teilen: synchronisiert mit Strava und Facebook.

Die Batterie

Die Batterie des Geräts lädt per mitgeliefertem USB-Kabel und hält laut Hersteller bei Nutzung von GPS und Herzfrequenz-Sensor bis zu 16 Stunden, abhängig von Umgebungstemperatur und Nutzung. Bis zu 300 Ladezyklen schafft die Batterie, bevor ihre Kapazität nachlässt. Die Verwendung von kompatiblen Sensoren und häufiges Synchronisieren verkürzen die Lebensdauer der Batterie, die im Gegensatz zu der vom (optionalen) Herzfrequenz-Sensor nicht auswechselbar ist. Die Übertragung der Messwerte der Sensoren läuft bei Polar übrigens über Bluetooth und nicht wie bei Garmin über den ANT+ Standard.

Display und Wetterschutz

Trotz der geringen Grösse ist das super scharfe und kontrastreiche Display des M450 während der Fahrt perfekt lesbar und auch die Warntöne, wenn zum Beispiel die Verbindung zum Satelliten abreisst, sind nicht zu überhören. Regen und Kälte konnten beim Test dem Computer nichts anhaben, die für die Verwendung des GPS benötigte Verbindung zu den Satelliten wurde zuverlässig und schnell hergestellt. Sollte es hier einmal zu längeren Wartezeiten kommen, so empfiehlt es sich, den M450 mit dem Flow-Webservice zu synchronisieren. Die jeweilige A-GPS-Datei ist nämlich nur 14 Tage gültig und nach Ablauf dieser Zeit verlängert sich die Satellitenortung.

Bedienung und Tastenbelegung

An die Tatsache, dass der große, rote Start-Knopf unterhalb des Displays nicht auch als Stopp-Knopf fungiert, muss man sich erst gewöhnen. Reflexmässig stoppt man erstmal mit der Starttaste, und bekommt so eine Rundenzeit angezeigt, während die Stoppuhr weiterläuft. Dass Bedienungsknöpfe im Vor-Start-Modus anders belegt sind, als während der Fahrt, ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Bei der Vielzahl der Funktionen kommt man da doch recht schnell durcheinander.
Praktisch: Die Messungen stoppen beim Anhalten und starten wieder, sobald man weiterfährt, so werden sämtliche Daten nur bei der tatsächlichen Fahrt gemessen, und nicht während der Radler gerade Pause macht. Die Geschwindigkeit, ab der die Messung wieder startet, lässt sich individuell einstellen, so verhindert man einen Neustart, wenn man nur das Rad von der Wand wegnimmt oder ein paar Meter schiebt.

Lampenfunktion

Die Ausleuchtung eines dunklen Weges darf man von der kleinen LED-Lampe nicht erwarten, vielmehr ist sie ein Notlicht, die einen zumindest besser sichtbar macht.

Trainingssteuerung

Ebenfalls integriert sind zwei verschiedene Tests zur Messung der aktuellen, persönlichen Form. Für beide Tests benötigt man allerdings den Herzfrequenzsensor: Der orthostatische Test soll Informationen darüber liefern, was man von seiner Herzfrequenz erwarten kann, wovon sie beeinflusst wird und wie es um die aktuelle Form steht. Der Fitness-Test ermittelt aus der Ruhefrequenz die aerobe Fitness und lässt bei regelmässigen Tests Trainingsfortschritte verfolgen.

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Stärken:

+ scharfes, kontrastreiches Display
+
Messung stoppt automatisch
+ zuverlässige und schnelle GPS-Ortung

Schwächen:

– Bedienung wenig intuitiv und etwas fummelig
keine vollwertige GPS-Routenführung

Polar legt beim M450 Wert auf digitale Vernetzung. Der Computer lässt sich via Smartphone mit Strava und Facebook synchronisieren.
Solide Verbindung zur Lenkerhalterung. Multisportler vermissen die «Kompatibilität» mit dem Handgelenk.

Informationen:

www.polar.com

Zusätzliche Information

Spezifikationen

POLAR M450
45 Gramm, CHF 179.90 (CHF 229.90 inkl. Herzfrequenzsensor)
INFO Polar Electro Europe B.V., Tel. 041 727 11 88
http://www.polar.com

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