Garmin Fenix 3 getestet: Die James-Bond-Uhr

Fazit:

Die Fenix 3 von Garmin ist eine multifunktionale Outdoor-Uhr für Technik-Verliebte. Ihre Möglichkeiten scheinen fast grenzenlos – ob GPS-Navigation, Training, Kommunikation mit dem Smartphone, Biorhythmus-Kontrolle. Der Individualisierungsgrad ist sehr hoch, mit den Optionen der Garmin ConnectIQ-Software lassen sich zudem Software-Updates und weitere Features laufend aktualisieren.

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Testeindruck

James-Bond-Uhr: Garmin Fenix 3

Text: Niki Huwyler, Moritz Becher
Bilder: Niki Huwyler, Garmin

James Bond bekam für jede Mission von Quartiermeister Q etwas, was junge und erwachsene Zuschauer gleichermassen faszinierte: kleine Technikspielzeuge, die scheinbar alles konnten. Moderne Sportuhren würden dem britischen Geheimagenten sicher gut stehen. Die Anzeige der Uhrzeit selbst ist längst zur profanen Nebensächlichkeit geworden, denn die Möglichkeiten sogenannter Smartwatches sind gigantisch gross. Liess sich vor zehn Jahren noch damit prahlen, Luftdruck und Himmelsrichtung locker aus dem Handgelenk zu bestimmen, gehören heute GPS, Vitaldaten-Aufzeichnung und volle Smartphone-Kompatibilität – inklusive Direktvernetzung mit sozialen Plattformen – schon zum Standard der Top-Modelle. Wie etwa die Fenix 3 des US-GPS-Spezialisten Garmin. Unter ihrem kratzfesten Mineral- oder Saphirglas lauern schier endlose technische Optionen.

Erster Eindruck: grenzenlose Möglichkeiten

Seit April 2015 befindet sich die Fenix 3 nun beim Outdoor Guide im Test. Angenehm merkt man schnell, dass im Vergleich zu so manchem Vorgängermodell die Hard- und Software ausgereifter und stabiler ist. Die vielen Funktionen, zusammen mit den Möglichkeiten der Garmin-Software «BaseCamp» und «Connect IQ», machen die Uhr zu deutlich mehr als nur einer normalen Sportuhr. Gut, eine technische Affinität und etwas Geduld sollte man schon mitbringen, um sich in der Vielzahl der Optionen zurecht zu finden.

Was uns aber – neben aller Technizität – sofort aufgefallen ist und gefallen hat, ist das zurückhaltende Design. Fast möchte man Understatement attestieren, wären da nicht die Aussenmasse eines Doppelkeks-Exemplars. Die Darstellung von Ziffern oder Zeigern wählt der Nutzer selbst, entweder aus den vorinstallierten Varianten oder per Download – ja, die Fenix 3 verfügt auch über WLAN – aus Hunderten von Möglichkeiten, die auf Garmin Connect IQ, der hauseigenen Online-Auswertungs- und Trainings-Software zum Speichern, Analysieren und Weitergeben der Fitnessaktivitäten, angeboten werden. Gibt es als App für iPhone und Android, wie auch als Browsersoftware. Der Individualisierung der Anzeige des hochauflösenden Farbdisplays wie auch der Funktionen sind somit (fast) keine Grenzen gesetzt.

Akkuleistung

Schön, wenn eine Smartwatch viel kann, aber entscheidend für den Spassfaktor ist auch die Akkulaufzeit. Das Herz der Fenix 3 ist ein Lithium-Ionen-Akku, der je nach «Spieltrieb» zwischen 16 Stunden und sechs Wochen läuft. Allerdings sind die sechs Wochen nur bei nahezu völliger Inaktivität erreichbar. Gemäss Garmin hält die Uhr im GPS-Trainingsmodus 16 Stunden. Dem können wir knapp beipflichten. Falls die Uhr länger als die 16 Stunden permanent laufen soll, eignet sich der «UltraTrac»-Modus. So erreicht man 40 Stunden, wobei die GPS-Genauigkeit sehr darunter leidet (siehe Bild unten Glärnisch Guppengrat). Bei einer 48-Stunden-nonstop-Tour von Autor Niki Huwyler lief die Uhr 30 Stunden im UltraTrac-Modus, danach war sie bei 2% Batterieleistung. Nach Deaktivierung des GPS-Modus, lief die Fenix 3 lief noch gut 24 Stunden weiter. Bei schwacher Batterie gibt sie immer wieder eine akustische Meldung, die aber auch deaktiviert werden kann. Der Akkuverbrauch hängt natürlich auch stark davon ab, ob Bluetooth, Benachrichtigungen, Schrittzähler oder Herzmesser aktiv sind.

Die Fenix 3 ist auch während der Aufzeichnung einer Aktivität aufladbar, d. h. es empfiehlt sich, bei längeren Touren den dünnen Auflade-Hub und ein USB-Powerpack mitzunehmen.

Navigation

Barometrischer Höhenmesser und Drei-Achsen-Kompass gehören natürlich zur Grundausstattung. In der Stahllünette am Gehäuse ist eine besonders sensible Antenne integriert, die sowohl GPS- wie auch Signale des russischen GLONASS-Satellitensystems empfängt. Das führt zu einer schnelleren und genaueren Verbindung, aber auch zu mehr Stromverbrauch. Bei der Auslieferung der ersten Fenix3-Versionen gab es bei manchen Exemplaren Probleme mit der GPS-Genauigkeit, was allerdings mittlerweile laut Garmin behoben wurde. Auch am Testmodell hat die Genauigkeit mit der neuen Firmware zugenommen. Die barometrische Höhenmessung funktioniert automatisch und gut. Andere Hersteller wie Suunto sind aber mit der Genauigkeit etwas besser. Trotz Auto-Eichung lag das Testgerät oft um etwa +/- 100 Höhenmeter daneben.

Die Karte, die den Standpunkt und den zurückgelegten Track anzeigt, kann bei allen Aktivitäten eingeblendet werden. Wobei der Begriff «Karte» etwas irreführend ist. Denn die Fenix 3 zeigt zwar neben dem Trackback auch die aktuelle Route als Linie mit Pfeil an, aber alles ohne Landkarte, Höhenlinie oder andere Anhaltspunkte. Dafür müsste man sich das Schwestermodell Garmin Epic näher ansehen, welches eine topografische Kartendarstellung bietet.

Natürlich ist Navigationsleistung nicht annähernd zu vergleichen mit den grossen Navigationsgeräten mit integrierter Karte, aber für rudimentäre Einsätze ist die Navi-Funktion der Fenix 3 ok. Tipp: Bei geplanten Touren die markanten Punkte via Waypoints vorab markieren (Gipfel, Abzweigungen, Orte, Trinkplätze, usw.) und auf die Uhr spielen. So hat man wenigstens eine grobe Orientierung auf dem Display.



Menüführung & Training

Die Menüführung anhand der fünf Druckknöpfe am Gehäuse verlangt etwas Übung, um nicht in den verschiedenen Ebenen «verloren zu gehen». Zu den bereits vorinstallierten Programmen zählen u.a. Trainingsprofile für verschiedenste Aktivitäten – vom Skitourengehen bis zum Trailrunning. Etwas faulere Erdenbewohner, die den Wink des Zaunpfahls brauchen, können den «Activity Tracker» nutzen, um dem inneren Schweinehund eins auszuwischen. Ein Signal mahnt dann bei zu langen Ruhephasen zu etwas mehr körperlicher Ertüchtigung. Exakte Vitaldaten werden von einem Brustgurt (als «Bundle» erhältlich) oder bei den WHR-Modellen direkt per Sensor am Handgelenk erfasst.

Über Garmin Connect IQ lassen sich weitere Funktionen installieren. Die Trainingsdaten können mit Strava oder RunKeeper verbunden werden, was einwandfrei funktioniert. Via App kann man so z. B. gut seinen VO2max-Wert für alle Aktivitäten sehen, natürlich auch Schrittzähler, Kalorienanzeige, erklommene Stockwerke, Schlafdaten und, und. und. Besonders für Laufsportler bietet die Fenix 3 eine sehr detaillierte Analyse an, z. B. Bodenkontaktzeit, Trittfrequenz, Rechts-Links-Verteilung, vertikale Höhe, etc.

Smartphone-Konnektivität

Durch eine Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone können Anrufe zwar nicht angenommen werden, doch auf dem Display erscheinen Name und Nummer – praktisch zur Abschätzung, ob es die Mühe wert ist, das Natel aus dem Rucksack zu bemühen oder den Meeting-Raum zu verlassen. SMS, WhatsApp-Nachrichten, etc. sind direkt ablesbar. Zugegeben, anfangs waren wir ob der Notwendigkeit skeptisch – mittlerweile lieben wir diese Funktion.

Auch eine tolle Funktion ist das LiveTracking, wobei via Smartphone, das über Bluetooth verbunden ist, die aktuelle Position an ausgewählte Personen übermittelt wird. So können Andere live verfolgen, wo man sich gerade befindet. Eine Funktion, die z. B. für Solo-Bergsteiger interessant sein dürfte. Dafür braucht es allerdings permanent eine Verbindung zum Natel, was Akkulaufzeit frisst.



Einsatzqualitäten

Die Fenix 3 ist gross, sehr gross. Dennoch fühlt sie sich gut an am Handgelenk. Es gibt natürlich deutlich kleinere, flachere und leichtere Laufuhren, aber als Allround-Outdoor-Uhr mit Myriaden von Funktionen ist sie doch erstaunlich handlich. Dadurch bekommt sie auch eine recht gute Alltagstauglichkeit – man kann mit der Fenix auch bei einem Geschäftsessen sitzen, ohne allzu sportlich daherzukommen. Das Display ist gut ablesbar, auch bei hellem Licht – abhängig vom gewählten Display-Design («Watchface») natürlich.

Und sollte es einen unter die Wasseroberfläche verschlagen: Bis 10 ATM bzw. 100 Meter Tiefe bleibt die Fenix 3 vom Wasserdruck unbeeindruckt.

Eine Wanderkarte oder ein Navigationsgerät mit Karte ersetzt die Uhr sicher nicht. Zum Auswerten der sportlichen Aktivitäten und als genussvolles Technikspielzeug macht die dieses Modell aber sehr viel Spass und überzeugt voll. Da würde es nicht wundern, wenn James Bond im nächsten Film seinen Martini mit einer Fenix 3 am Handgelenk schlürfen würde.

Stärken:

+ Vibrationsalarm
+ Livetracking
+ Farbdisplay
+ Trainingssteuerung vielfältiger Aktivitäten
+ Höhenprofil-Anzeige
+ erweiterte Trainingsdaten
+ während Aktivität aufladbar

Schwächen:

Keine GPS-Zwischenstufen zwischen «Stark» und UltraTrac
neue Firmware-Versionen manchmal etwas unzuverlässig

«Die Fenix 3 von Garmin ist eine multifunktionale Outdoor-Uhr für Technik-Verliebte. Ihre Möglichkeiten scheinen fast grenzenlos – ob GPS-Navigation, Training, Kommunikation mit dem Smartphone, Biorhythmus-Kontrolle. Der Individualisierungsgrad ist sehr hoch, mit den Optionen der Garmin ConnectIQ-Software lassen sich zudem Software-Updates und weitere Features laufend aktualisieren.»

Hersteller Link / Informationen:

 www.garmin.com

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Zusätzliche Information

Spezifikationen

– Gewicht: 81 Gramm
– Preis: ab CHF 479.- (je nach Modellvariante)
– EXO™-Edelstahlantenne mit GPS + GLONASS
– 1,2 Zoll Chroma™-Farbdisplay
– Barometrischer Höhenmesser
– 3-Achsen-Kompass mit Auto-Kalibrierung

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