Sentiero delle Orobie: Zwischen Comer- und Gardasee

 In Vorschau Reportage Sommer

Raue Route

Der Sentiero delle Orobie Orientale erlaubt, in das wilde Herz der Bergamasker Alpen vorzudringen. Eine abenteuerliche Tourenwoche durch Italiens verborgene Gebirgsschätze.

«Es gibt sie noch, die weissen Flecken auf der Landkarte»

sagte Beppe und drückte mir das Buch in die Hand, damals im Piemont. Von einem «piccolo Tibet» schwärmen darin die Autoren Santino Calegari und Franco Radici, von unbekannten Tälern, die fast wie im letzten Jahrhundert geblieben sind. Auf dem «Dach» der Orobischen Alpen scheint ein kleines Tibet überlebt zu haben, schreiben sie euphorisch. Wir waren gerade am Ideen sammeln für die nächste Tour. Ein Trekking durch die italienische Südalpenseite sollte es sein. Auch wegen des guten Essens und der unübertrefflichen Gastfreundschaft.

Hütten, die oft kühn an Felsabbrüchen balancieren und von Idealisten betrieben werden, die ihr Glück in der Abgeschiedenheit gefunden haben.

Weil Gerhard und Ulli nur im August Zeit gehabt hätten, schieden die Dolomiten oder die Comersee-Berge aus. Zu überlaufen. Genau dazwischen, im Hinterland von Bergamo, liegen die Orobischen Alpen, besser bekannt als Bergamasker Alpen, klärte uns Beppe auf. Die spätere Recherche bestätigte zumindest in der deutschsprachigen Literatur einen «weissen Fleck» auf der Landkarte. Die Neugier war angestachelt auf eine Gebirgskette im Hinterland der Stadt Bergamo, mit schroffen Gipfeln zwischen 2500 und 3000 Metern hoch, voller Kare und Klippen, Höhenterrassen und natürlichen Amphitheatern, in die sich Seen schmiegen. Mitten durch diese Welt schlängelt sich ein 75 Kilometer langer Pfad, der Sentiero delle Orobie Orientale. In weitem Bogen zieht er vom winzigen Bergdorf Valcanale im Westen bis zur gut 2500 Meter hohen Presolana im Osten. Die enge Gebirgsfaltung macht das Wandern auf ihm mitunter anstrengend. Einsam kann man sich fühlen zwischen den schroffen Flanken der Gipfel. Immerhin gibt es Stützpunkte in der Bergwildnis: Hütten, die oft kühn an Felsabbrüchen balancieren und von Idealisten betrieben werden, die ihr Glück in der Abgeschiedenheit gefunden haben. Der italienische Geografieprofessor Giuseppe Nangeroni aus Milano, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unermüdlich die «Alpi Orobie» erforschte, soll 200 Seen gezählt haben. Das verspricht ausgiebiges Baden, dachten wir. Doch es kam ganz anders. (…)

Text und Fotos: Iris Kürschner und Dieter Haas

 

Die vollständige Reportage gibt´s im Outdoor Guide, Sommer-Ausgabe 2016.

©Iris Kürschner/Dieter Haas
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