Mountainbike Marokko: Hoher Atlas und Jbel Sarhro

 In Vorschau Reportage Sommer

Auf den Spuren der Berber

Berge wie bizarre Paläste, gigantische Felswüsten, paradiesische Oasen und Menschen wie aus einem Märchenfilm – damit verzaubern die grossen Gebirgszüge im Norden Afrikas. Eine Bike-Trekkingtour wie aus Tausendundeiner Nacht durch das steinige Herz Marokkos.

Die Augen leuchten. Nach dem kräftezehrenden Anstieg auf der Schotterstrasse zum Pass Tizi n’Tazazort deutet Guide Mustafa auf einen Trail, der sich ein steiniges Tal hinab windet. «Ein Berber-Trail», meint Mustafa und zeigt weit, weit hinab ins Tal. «Dort unten ist ein weiterer kleiner Bergkamm. Da müsst Ihr drüber. Wir treffen uns dann bei Bab`n Ali.» Sagt’s und verschwindet im Geländewagen auf der Schotterpiste. Also, ab auf den Trail! Flott lassen sich die ersten Kurven mit dem Bike durchzirkeln. Doch schon bald treiben zusätzlich zur Nachmittagshitze hohe Felsstufen und loser, grober Schotter den Schweiss auf die Stirn. Flo zieht die Bremse: eine Abzweigung. Und da unten noch eine dritte Pfadspur. Wo geht’s lang? Nach einigen Versuchen und kurzen Erkundungsfahrten stellt sich heraus: Ein klarer Weg ist nirgendwo zu erkennen. Sich jetzt quer durch die immer wieder von kleinen Schluchten durchzogene Felslandschaft zu schlagen, das wird dauern. Stunden. In ein paar Stunden wird es dunkel. «Berber-Trail!», grummelt Flo. Am Ende bleibt nur eines: Rückzug. Flo und Lena schultern ihre Bikes und buckeln sie bergauf, zurück zur Passstrasse. Schade, eigentlich. Schotterpiste statt Singletrail. Immerhin verdient das Panorama auch hier das Prädikat «atemberaubend».

Abenteurer finden nördlich der Sahara im Jbel Sarhro Gebirge sogar ein stattliches Netz aus Singletrails.

Ausgeschilderte Bikerouten, angelegte Sorglos-Flowtrails und Hotels mit «Biker-friendly»-Gütesiegel hat Marokko nicht zu bieten. Wer sich darauf einlässt, entdeckt dafür ein atemberaubendes Märchenland. Abenteurer finden nördlich der Sahara im Jbel Sarhro Gebirge sogar ein stattliches Netz aus Singletrails. Viel wichtiger: Auf einer Bike-Trekking-Tour lässt sich das ursprüngliche Marokko entdecken. Begegnungen mit Nomadenfamilien, abgelegene Siedlungen, Märkte wie aus Tausendundeiner Nacht. Geschlafen wird in landestypischen Gîtes oder im Zelt, tagsüber fordern monumentale Landschaften, die keinen Vergleich mit nordamerikanischen Nationalparks scheuen müssen, das Staun-Vermögen. Ein ideales Winter-, Herbst- und Frühjahrsrevier für Entdecker und Abenteurer.

Text und Fotos: Christian Penning

 

Die vollständige Reportage gibt´s im Outdoor Guide, Sommer-Ausgabe 2016.

Biken in Marokko
©Christian Penning
Biken in Marokko
©Christian Penning
Biken in Marokko
©Christian Penning

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