Parc Adula: Aus für den Nationalpark

 In Outdoor Ticker

Parc Adula: Gemeinden stimmen gegen Nationalpark-Projekt

Bei den Abstimmungen in den letzten drei Tagen haben acht von 17 Gemeinden, auf deren Gebiet der Parc Adula geplant war, gegen das Nationalpark-Projekt votiert. Höchstens vier Gemeinden, so verlangt es die Charta, hätten mit „Nein“ stimmen dürfen. Damit ist die Gründung des zweiten Nationalparks der Schweiz vom Tisch.

Titelbild: Wikimedia / Whgler – CC-BY-SA 4.0

Sogar an einer zweiten Vorschrift wäre der Parc Adula gescheitert: Artikel 16 der Pärkeverordnung des Bundes besagt, dass die Kernzone mindestens 100 Quadratkilometer umfasst. Weil aber die Gemeinde Blenio (TI), die 54,5 der insgesamt nur 145 Quadratkilometer gross geplanten Kernzone besitzt, mit Nein stimmte, wäre der Nationalpark auch an dieser Hürde gescheitert.

Die NZZ sieht auch die „Nein“-Stimmen der Gemeinden Vals und Vrin als entscheidend an. Dadurch sei die Kernzone des Parks fragmentiert und um ihr attraktivstes Ausflugsziel, die Greina-Ebene, gekürzt.

»Man hat während sechzehn Jahren über die Köpfe der Einheimischen hinweg geplant und zum Schluss versucht, uns Berglern einzureden, wir hätten das so gewollt. Das Verdikt des Volkes legt eindrücklich Zeugnis für dieses undemokratische Vorgehen ab. Es ist für die Region keine Perspektive, in einem Reservat zu leben, wo die Bewohner mit Park-Beiträgen bei Laune gehalten werden.«

Mitteilung des „Nein-Kommitees“ von https://no-parc-adula.ch/

16 Jahre hatten die Initiatoren rund um den Verein Parc Adula das Nationalpark-Projekt vorbereitet. Befürworter sahen den Nationalpark als Motor für einen sanften Tourismus, Gegnern stiess vor allem die Umweltbürokratie und Einschränkungen in der Kernzone auf. Es wäre der erste demokratisch legitimierte Nationalpark gewesen. Ex-Nationalrat Andrea Hämmerle glaubt, dass mit dieser Methode nie ein Nationalpark gegründet werden kann. Tatsächlich haben vor allem Gemeinden aus der Kernzone mit nein gestimmt. Andererseits, so Hämmerle, würde man mit breiterer Abstimmungsbasis die Einheimischen benachteiligen – »ein Dilemma«.

Nach der Niederlage überlegen die Initiatoren laut verschiedenen Medienberichten nun, einen Regionalpark mit den Befürworter-Gemeinden anzustreben. Auch ein neues Nationalpark-Projekt bei Locarno steht offenbar im Raum.

Das könnte Sie interessieren:

Die Abstimmungsergebnisse der einzelnen Gemeinden

Gemeinde Ja Nein
Acquarossa 578 372
Blenio 453 713
Buseno 23 7
Calanca 44 11
Disentis 561 606
Hinterrhein 21 10
Lumnezia 36 134
Medel 139 143
Mesocco 375 208
Nufenen 20 29
Rossa 53 18
Serravalle 579 630
Soazza 62 8
Splügen 62 39
Sumvitg 370 455
Trun 346 250
Vals 63 276

Quelle: SRF

Empfohlene Beiträge

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Outdoor Guide

Outdoor Guide GmbH
Eichbergerstrasse 60
CH-9452 Hinterforst

Email: info@outdoor-guide.ch
Phone: +41 71 755 66 55


Folgen Sie uns auf:

Enter-Taste drücken

Dawn Wall Adam OndraBouldersession mit dem palästinensischen Basketball-Team in Beirut