OutDoor 2018

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OutDoor Friedrichshafen: Das waren unsere Highlights

Das Beste kommt zum Schluss: Die 25. und letzte OutDoor Messe in Friedrichshafen ist zu Ende. Die Redaktion des Outdoor Guide stellt nach einem viertägigen Messe-Streifzug ihre 15 persönlichen Lieblings-Produkte vor. 

Text: Thomas Ebert, Mirjam Milad, Thomas Werz

Hunderte Messestände in einem guten Dutzend Hallen, dazu Freigelände, Zeltausstellung, Konferenzen und konspirative Zirkel – die OutDoor 2018 war wieder einmal eine wahre Sturzflut an Eindrücken und Neuheiten. Wie immer gab es Neuheiten zu sehen, bei denen man sich nicht sicher sein konnte, ob sie in drei Jahren die Outdoor-Welt verändern oder schlicht verrückt sind: Carbon-Steigeisen russischer Machart, ein neuartiges Gewebe, das Leder und Dyneema verbindet, verrottende Feuchttücher für Trekker, Taschenlampen, deren Energiespeicher über Wasserkontakt aktiviert wird und dergleichen mehr.

Daneben brachte die OutDoor natürlich viele, viele Entwicklungen der Kategorie „höher, schneller, weiter“ bzw. „kleiner, leichter, vielseitiger“: Winzig kleine Camalots haben wir bei DMM gesichtet, Zeltfabrikant Hilleberg bringt seinen Kuppelklassiker Allak nun als 3-Personen-Zelt auf den Markt, Therm-A-Rest hat seine beliebte NeoAir nochmal weiter abgespeckt und wird sie unter dem Namen „Uber NeoAir“ verkaufen. Eine Menge Produkte wären hier eine Erwähnung wert – am Ende hat sich die Redaktion der Selbstbeschränkung verpflichtet und ihre 15 persönlichen Highlights ausgewählt. Voilà!

 Petzl – Meteor

Petzl bringt für 2019 seinen Meteor so runderneuert auf den Markt, dass Allround-Bergsteiger gleich einige Fliegen mit einer Klappe schlagen können. Den neuen Meteor hat Petzl deutlich tiefer gezogen, der Helm umschliesst den Kopf nun umfassender und schützt ihn so nicht nur vor Steinschlag, sondern auch besser vor seitlichem Aufprall und am Hinterkopf („Top and Side Protection). Laut Petzl eignet sich der Helm damit  für Kletterer, Bergsteiger und Skitourengeher. Das Gewicht ist mit 220 Gramm nicht allzu weit vom leichtesten Petzl-Helm (Scirocco) entfernt. Der Magnetverschluss hilft beim Schliessen des Riemens enorm (unter sein eigenes Kinn kann man eben nur schwer schauen). Die Konstruktion ist die eines üblichen Hybridhelmes: Eine Aussenschale aus Polycarbonat, darunter eine Innenschale aus EPS-Schaum. Petzl bietet ein Visier zum Eisklettern und eine Art Windschutz (orangefarben) für Skiabfahrten als Zubehör an. Die Belüftung war auf der Messe kaum auf Dauer zu testen – wohl aber der sehr angenehme Tragekomfort.

Ortlieb – Atrack

Einen Gold-Award hat Ortlieb mit seinem neuen Rucksack namens Atrack abgesahnt. Wobei man mit der Bezeichnung „Rucksack“ vorsichtig sein muss, denn der Atrack überschreitet die Grenze zur Duffelbag. Während bisher eher der umgekehrte Weg eingeschlagen wurde – relativ lieblos montierte Schultergurte an Reisetaschen – zäumt Ortlieb hier das Pferd von hinten auf. Zwischen den beiden Rückenpolstern des Atrack verläuft ein gewaltiger, wasserdichter Tizip-Reissverschluss über die gesamte Länge. Somit hat man im Handumdrehen vollen Zugriff auf den gesamten Rucksackinhalt – wie bei einer Reisetache eben. Das modulare Zubehör (z.B. Netzaussentaschen, Kompressionsgurte, Stock-, Helm-, Ski- und Snowboardhalterung) basiert auf dem im Outdoor Guide No. 29 vorgestellten Gear Pack und kann nach Belieben (de-)montiert werden. Wie man es bei Ortlieb gewohnt ist, erfüllt die Verarbeitung höchste Ansprüche. Der in Deutschland gefertigte Atrack ist wasserdicht (IP67). Angekündigte Grössen: 25 L, 35 L, 45 L. Gewichte: 1430 g, 1470 g, 1560 g. Preise: 179,99 (25 L), 189,99 (35 L), 199,99 (45 L), jeweils in EUR.

Klean Kanteen – TK Pro

Darüber haben sich viele gewundert: In allen Farben und Formen, ein- und doppelwandig, mit Schraub- und Bügelverschluss hat Klean Kanteen seine Edelstahlflaschen angeboten. Nur ein Exemplar mit einem Deckel, der auch als Tasse verwendet werden kann, suchte man bisher vergeblich. Nun hat Klean Kanteen reagiert und eine Isolierkanne mit Tassen-Deckel konstruiert: Die TK Pro. Nicht nur die Flasche, auch der Becher ist doppelwandig, so dass die Getränke heiss bleiben und man sich nicht die Finger am Becher verbrennt. Die Innenseite des 18/8 Edelstahls ist elektropoliert, der Geschmack des Inhalts bleibt unbeeinträchtigt. Besonders schön: Die Flasche ist komplett plastikfrei, die beiden Dichtungsringe sind aus lebensmittelechtem Silikon. Verfügbare Grössen: 0,5 Liter, 0,75 Liter, 1 Liter.

GSI – Coffee Rocket

Ein pfiffiges kleines Teilchen für die Kaffeejunkies: Der Kaffeefilter Coffee Rocket von GSI lässt sich problemlos in jeder Tasse verstauen und wiegt lediglich 60 Gramm. Durch das feinmaschige Edelstahlgitter im unteren Teil der Rakete ist kein Papierfilter mehr nötig. Standfüsse ausklappen, auf der Kaffeetasse abstellen, Kaffeepulver hinein, und los geht’s. Das Spannende: Durch den Hohlraum im Brühkonus kann Wasserdampf nach oben entweichen, der Brühvorgang verlängert sich, das Kaffeearoma wird noch intensiver. Um dieses sogenannte Slow-Brew-Verfahren ist bereits eine ganze Bewegung entstanden. Alle Bestandteile sind BPA-frei und leicht zu spülen.

Arc’teryx – Beta SL Hybrid

Unter Hybrid-Jacken stellte man sich bisher eigentlich immer Softshells mit verschiedenen Materialzonen vor – besonders luftdurchlässig unter den Armen und am Rücken, wärmer gefüttert an der Brust. Arc’teryx überträgt dieses Bodymapping nun auf das Hardshell-Segment, und spendiert seiner neuen Beta SL Hybrid zwei unterschiedliche Laminate von Gore-Tex. Am Rumpf kommt leichtes und klein verpackbares, 2,5-lagiges Gore-Tex Paclite Plus zum Einsatz. An stärker beanspruchten Stellen wie den Ellenbogen und Schultern wird dagegen robusteres, dreilagiges Gore-Tex vernäht. Somit geht Arc’teryx die klassischen Schwachstelle von besonders leichten Hardshelllaminaten an, die das Scheuern schwerer Rucksäcke in die Knie zwingen kann. In Grösse M sollen die Hardshells 360 g (Männer) bzw. 310 g (Frauen) wiegen.

Fjällräven Bergshell

Sehr abriebfest, komplett wasserdicht und nachhaltig: das neuentwickelte Material von Fjällräven besteht aus recyceltem, nach Global Recycled Standard (GRS) zertifiziertem Nylon. Die neuartige, flache Ripstop-Konstruktion ist robuster als herkömmlicher Ripstop mit unebener Oberfläche, da die Nähte weniger Angriffsfläche bieten und Einflüsse grossflächiger verteilt werden. Eine weisse TPU-Beschichtung auf der Innenseite hält eindringendes Wasser ab, die Wassersäule wird vom Hersteller mit 20‘000 mm angegeben. Bergshell kommt unter anderem beim Alpin-Rucksack Bergtagen und den Tagesrucksäcken der Ulvö-Reihe zum Einsatz.

Mountain Equipment Earthrise

Nachhaltigkeit im Fokus: Bei den Schlafsäcken der Earthrise-Serie, Earthrise 400 und 600, bestehen Aussenmaterial und Futter aus recyceltem Material, die Füllung aus recycelter Daune von Partner Re:Down. Das Design basiert auf der Helium Serie, die sich durch ein günstiges Wärme-Gewichts-Verhältnis und eine gute Verteilung der Füllung auszeichnet.

Übrigens: Auch beim Biopod DownWool Nature von Grüezi Bag dreht sich alles um Nachhaltigkeit. Er ist aber eher etwas für Camper, die nicht auf Packmass und Gewicht achten müssen. Der mit einer Mischung aus Daune und Wolle gefüllte Schlafsack besteht vollständig aus natürlichen Materialien, anstelle von Kunststoffreissverschlüssen werden überlappende Seiten mit Holzknöpfen verstellt.

Adidas Terrex – Free Hiker

Funktionaler Wanderschuh in der typischen, coolen Adidas Terrex Optik. Mit einem gestrickten, wasserabweisenden Obermaterial vermittelt der Free Hiker ein sockenähnliches Tragegefühl und passt sich an die Fussform an. Dadurch soll er auch bequem und druckfrei sitzen, wenn die Füsse auf längeren Wanderungen anschwellen, ohne dass der Schuh an Stabilität einbüsst. Bei der Zwischensohle kommt das bewährte dämpfende und energierückführende Boost-Material zum Einsatz, die Aussensohle kommt von Continental. Das Gewicht wird mit 385 Gramm angegeben. Der Schuh ist ab Januar 2019 im Handel erhältlich.

Ortovox – Merino Windbreaker

Feines Teil von Ortovox: Der Merino Windbreaker ist die erste Windjacke, bei der Polyamid mit feinen Merinofasern kombiniert wird. Durch den hohen Wollanteil von mehr als 50 Prozent reguliert das Material Feuchtigkeit und Temperatur, verhindert die Bildung unangenehmer Gerüche und liegt angenehm auf der Haut. Die Jacke ist komplett winddicht, eine zusätzliche DWR-Beschichtung hält leichten Niederschlag ab. Das Frauenmodell wiegt knapp 140 Gramm, das Männermodell knapp 160 Gramm (jeweils in Grösse M). Der Preis beträgt CHF 249.-

Yeti – Cosy

Nette Accessoires für alle, die leicht frieren oder den Einsatzbereich ihres nicht ganz so warmen Schlafsacks auch um kältere Nächte erweitern wollen. Die mit 650+ cuin Daune gefüllten Fussteile und Decken werden einfach zusätzlich im Schlafsack getragen. Optionen: Cosy Feet, ein kurzer Fusssack, der sich klein verpacken und dann als Reisekissen genutzt werden kann. Nicht viel grösser ist auch das Packmass der Cosy Legs, einem längerer Fuss- und Beinsack, der bis zur Hüfte reicht und in zwei Grössen erhältlich sein wird (S/M, L/XL). In der grösseren Variante wiegt er 290 Gramm. Das Cosy Cover ist dagegen schon eine komplette Decke mit Fussteil, die auch auf Reisen im Flugzeug oder als dünne Daunendecke im Sommer zum Einsatz kommt. Das Gewicht beträgt 430 Gramm.

Mammut Trion Spine

So beweglich, dass man fast damit tanzen kann: Mit dem neuen Alpinrucksack Trion Spine will Mammut das Tragesystem revolutionieren. Bei der so genanneten «Active Spine Technologie» bewegen sich Hüftgurt und Schulterbereich gegeneinander, dadurch passt sich das Rückensystem der natürlichen Bewegung des Rückens beim Gehen an. Das soll den Rücken vor allem bei Anstiegen mit schwerem Gepäck entlasten. Ein Glasfaserstab verbindet Schulter- und Hüftbereich und sorgt dafür, dass das Tragesystem wieder in die neutrale Ausgangsposition zurückdreht. Zusätzlich lässt sich das Rückenteil in der Länge anpassen. Davon abgesehen verfügt der Trion Spine (verfügbar mit 35, 50 und 75 Liter Volumen) unter anderem über ein grosses Hauptfach mit Reissverschluss-Frontöffnung, weitere Fächer und Verstaumöglichkeiten, Stock-, Eispickel- und Skihalterungen sowie einen Gurt zur Seilfixierung unter dem Deckel. Über seitliche Kompressionsriemen lässt sich das Volumen reduzieren. In der 50-Liter-Version wiegt der Trion 2200 Gramm. Das Frauenmodell Trea Spine (35 Liter Volumen) ist von der Passform auf die weibliche Anatomie abgestimmt, verfügt aber ansonsten über die gleichen technischen Features. Beide Rucksäcke sind ab Frühling 2019 verfügbar. Der Preis steht aktuell noch nicht fest.

Black Diamond Deploy Wind Shell

Das Black Diamond Deploy Wind Shell wiegt weniger als eine halbe Tafel Schoki. In Zahlen: luftige 48 Gramm. Gemacht für die absoluten Leichtgewichtsfetischisten unter den Trailrunnern, die wirklich nur das Allernötigste mit sich «herumschleppen» wollen. Black Diamond spricht von einem der leichtesten Windbreaker der Welt. Das Material aus 5 Denier 100% Nylon Rip Stop Woven ist so dünn, dass man quasi hindurchschauen kann. Es lässt Wasserdampf entweichen und hält dank DWR Imprägnierung leichte Niederschläge und Wind ab. Der Reissverschluss der Schlupfjacke lässt sich zu Zweidritteln öffnen, Armabschlüsse und Kragen verfügen über einen elastischen Gummizug. Verfügbar ist das Deloy Wind Shell in den Grössen S-XL. Komprimiert über die im Kragen integrierte Tasche passt die Jacke sogar in kleinste Hüft- oder Seitentaschen. Verfügbar ab Frühling 2019. Der Preis liegt bei CHF 160.-, ultraleichte 3.33 Franken pro Gramm.

Exped Dyneema Whiteout

Robust, leicht, wasserdicht: Der neue Exped Whiteout aus Dyneema-Gewebe ist ein minimalistischer Begleiter für Bergsportler und Kletterer. Das Hauptfach ist vollständig getapt und wasserdicht und wird über ein Rolltop verschlossen. Das Seil lässt sich über den Kompressionsriemen am Rolltop fixieren. Die Rückenplatte aus Schaumstoff kann entnommen werden. Der Whiteout kommt in den drei Grössen S, M und L mit einem Packmass von 27 (nur Grösse S), 30, 45 und 55 (jeweils M und L) Litern. Beim mittleren Packmass von 45 Litern wiegt der Rucksack nur 795 Gramm, die maximale Zuladung beträgt 15 Kilo. Falls jemand Bedenken wegen der weissen Farbe hegen sollte: Exped Marketing-Mann Kurt Gerber verspricht: «Bei intensiver Nutzung bleibt der Rucksack ganz sicher nicht so.»

MSR Pocket Rocket Deluxe

Der bekannte Brenner MSR Pocket Rocket bekommt mit der Deluxe-Version einen grossen Bruder. Unter anderem verfügt die Deluxe-Taschenrakete über einen Piezo-Zünder und einen Druckregulator, der den Brenner auch bei tiefen Temperaturen oder einer geringen Füllmenge der Kartusche mit konstantem Gasdruck versorgt. Auch der Brennkopf ist etwas grösser. So kommt der Pocket Rocket Deluxe auf 83 Gramm, zehn Gramm mehr als in der Normalversion.

Hanwag Ferrata II

Klettersteig, alpine Touren, Fels und Eis: Für dieses Gelände hat Hanwag den Bergschuh Ferrata für 2019 komplett überarbeitet. Herzstück des neuen Schuhs ist die Hanwag TubeTec Rock Sohlentechnologie, bei der eine stärker dämpfende PU-Zwischensohle zum Einsatz kommt und die für stärkere Beanspruchung von einer robusten «Tube» aus TPU geschützt wird. Mit TPU verstärkt ist auch die «Climbing Zone» im Zehenbereich. Bei der Sohle setzt Hanwag auf den bewährten Vibram Mont Compound. Auch der Schaft wurde komplett überarbeitet. Hier unterstützt künftig die Lateral Flex Technologie die Bewegung des Schafts synchron zur Unterschenkelachse. An der Ferse ist der Ferrata II mit einer Steigeisenauflage für halbautomatische Steigeisen ausgestattet. Beim Gewicht konnte der Schuh gegenüber seinem Vorgänger um 10 Prozent abspecken.

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