ISPO 2017

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ISPO Munich – Trends und Highlights

Vier Tage lang, vom 5. bis zum 8. Februar, präsentierten auf der ISPO Munich 2’732 Aussteller ihre Produktneuheiten aus den Bereichen Wintersport, Outdoor, Fitness und Lifestyle. Mit 85’000 Fachbesuchern war die Messe noch einmal stärker besucht als im Vorjahr. Welche Entwicklungen beherrschten die ISPO und welche Trends und Highlights gab es zu entdecken?

Text: Mirjam Milad

Skitourengehen ist in – und immer mehr Menschen sind sowohl auf den Pisten als auch im Gelände unterwegs. Zusätzlich steht die Branche vor der Herausforderung spät einsetzender Schneefälle und milder Winter. Einige Hersteller tragen dem durch Ski Rechnung, die sich für unterschiedliche Bedingungen eignen, wie z.B. Scott mit der «Cross-Over»-Linie. Einige Ski werden nicht allein auf wechselnde, sondern auch schlechtere Schneeverhältnisse zugeschnitten. Gewicht und Präzision werden durch den Einsatz neuer Materialkombinationen, zum Beispiel Carbon mit einem Kern aus Flachsfasern (Salomon) oder Holz- und Aramidfasern (Scott), weiter getrimmt. Pistenski werden zudem mit Technologien aus dem Rennsport verbessert. Viele Hersteller haben ausserdem spezielle Frauenkollektionen im Programm.

Potenzieller „Gamechanger“: Fritschi Tecton 12

Nicht nur bei den Ski selbst, auch bei den Bindungen gibt es spannende Neuentwicklungen. So zeigte der Schweizer Hersteller Fritschi mit der «Tecton 12» eine Bindung, die – ähnlich wie die Kingpin von Marker – eine Fronteinheit mit Pins mit einer Ferseneinheit mit Backen kombiniert. Bei der Tecton 12 wird die Schuhsohle durch die Fersenbacken fest auf eine mit dem Ski verbundene Platte gedrückt. Sogenannte Power Rails greifen in die Inserts der Schuhe und halten sie so zusätzlich in Position. Sicherheits-Plus: Auch beim Aufstieg ist eine Notauslösung möglich. Gewicht je Einheit: 550 g – und damit fast ein halbes Kilo leichter als der Wettbewerb.

Insbesondere für race-orientierte Fahrer hat POC sein neues «Layer Cut Suit» entwickelt, eine Skiunterwäsche mit Ober- und Unterteil, bei der besonders lebenswichtige Körperzonen durch verwebtes Dyneema vor den Schnitten scharfer Skikanten geschützt werden. Das Material soll wärmend und atmungsaktiv sein und die Muskulatur durch leichte Kompression unterstützen.

Breiterer Suchstreifen: Neues Barryvox von Mammut

Mammut präsentierte mit dem «Barryvox S» ein komplett überarbeites Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS). Es zeichnet sich unter anderem durch seine einfache, intuitive Bedienung, die direkte Führung über Pfeile auch bei der Feinsuche sowie eine besonders grosse Empfangsreichweite und einen verbreiterten effektiven Suchstreifen von 70 m aus.

Egal ob Outdoor- oder Indoorsport: Ein Thema zieht sich durch sämtliche Produktbereiche: Digitalisierung! Vor allem in Form von Wearables, tragbaren Technologien, die als winzige «personal trainer» immer mit dabei sind: in der Kleidung, am Skischuh, in der Sohle des Laufschuhs oder die Brille integriert.

Gegenwart statt Zukunftsmusik: Vernetzte Kleidung 

Die Shirts von clim8 wärmen nach Bedarf: Sensoren messen die Hauttemperatur und den Aktivitätslevel des Trägers ebenso wie die Umgebungsbedingungen. Bei Abkühlung wird das Shirt über im Garn eingearbeitete Komponenten gewärmt, bei Aktivität stoppt die Beheizung und springt erst in Pausen wieder an. Die Energie kommt von einer kleinen, herausnehmbaren Batterie.

Natürlich lässt sich Elektronik auch auf gewohnte Weise am Handgelenk tragen. So präsentiert Garmin mit der «Fenix 5» Serie eine multifunktionale Sport-Uhr in drei alltagstauglichen Design-Varianten. Sie bietet unter anderem Herzfrequenzmessung, Trainingsfuktionen für unterschiedliche Sportarten, Verbindung zur Online-Community, GPS-/GLONASS-Satellitenempfang, Höhenmessung, Thermometer, Barometer und ein auch bei starker Sonneneinstrahlung lesbares Display.

Im Trend: Mix aus Natur- und Kunstfaser  «Analoge» Wärme: Merino-Wolle war auch auf der diesjährigen ISPO ein beliebtes Isolationsmaterial und tauchte in neuen Verarbeitungsformen auf. Devold of Norway konnte mit dem «Tinden Spacer Jacket» einen Gold Award gewinnen. Bei dem Midlayer wurde Spacer Fabric mit Merinowolle kombiniert, wodurch ein sehr gutes Wärme-/Gewichts-Verhältnis erzielt wird.

Fjällräven und Aclima entwickelten zusammen das «Bergtagen Woolmesh Sweater», bei dem eine Mischung aus Merino-Wolle, Polyamid und Polyester zum Einsatz kommt. An Schultern, Oberarmen und im Brustbereich ist das Gewebe dichter und wärmer, an Bauch und Unterarmen befindet sich ein weiches, luftigeres Meshgewebe. Die Hersteller legen zunehmend Wert auf eine ethisch unbedenkliche, mulesing-freie Schafhaltung.

Paukenschlag: W.L. Gore will PFC verbannen

Das Thema Nachhaltigkeit wird im Outdoor-Bereich weiter forciert. Im vergangenen Jahr hatte Greenpeace etliche Unternehmen für den Einsatz von ökologisch bedenklichen PFC stark kritisiert. Auf der ISPO kündigte nun der Branchenriese Gore Fabrics an, bis 2020 PFC aus einem Grossteil seiner Laminate für Outdoor-Bekleidung verbannen zu wollen. Bis Ende 2023 möchte das US-Unternehmen dann komplett PFC-frei liefern.

Die Schweden von We aRe SpinDye präsentierten ein neuartiges Färbeverfahren (bislang nur) für Polyester: Farbpigmente werden schon beim Herstellungsprozess der Garne eingeschmolzen, so dass ein farbiges Polyestergarn entsteht, das dann weiterverarbeitet werden kann. Das Verfahren spart durchschnittlich etwa 80 % Wasser und 70 % Chemikalien verglichen mit herkömmlichen Färbe-Verfahren. Zudem soll die Farbqualität besonders hoch sein, da die gefärbten Garne resistenter gegenüber UV-Strahlung und Waschmitteln seien.

Ultraleichte Bekleidung gab es zum Beispiel mit der «One Mythos Lady GTX Shakedry Running Jacket» von Gore Tex Running Wear zu sehen. Bei der Jacke kommt das momentan leichteste, wasserdampfdurchlässigste und am kleinsten komprimierbare Gore Tex-Material zum Einsatz. Wird die Jacke regennass, lässt sie sich einfach trockenschütteln.  Die Auszeichnung «leichteste wasserdichte 3-Lagen-Jacke der Welt» kann die «Hyper 100» von Berghaus für sich verbuchen. Sie wiegt weniger als 100 g und soll dennoch eine deutlich höhere Reissfestigkeit als die früheren Hyperweight-Regenjacken von Berghaus aufweisen.

Scarpa gewinnt den Hauptpreis 

Zum «ISPO-Product of the year» im Segment Outdoor wurde der «Ribelle Tech» von Scarpa gekürt. Dabei handelt es sich um einen leichten Allround-Bergstiefel, der für ein breites Einsatzspektrum und Gelegenheitsbergsteiger wie Profis gleichermassen geeignet sein soll. Auch optisch setzt sich der Schuh ab.

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