Infoblatt Transsilvanien: Zeitreise auf Tourenski

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Wenn Dracula faucht…

Charakter

Das Făgăraş-Gebirge ist ein rund 70 Kilometer langer und 40 Kilometer breiter Gebirgskamm in den Südkarpaten. Er wird von der 90 Kilometer langen Transfăgăraşan-Höhenstrasse durchzogen. Hier stehen auch die höchsten Gipfel der Südkarpaten. Sie erreichen Höhen um die 2500 Meter. Die felsigen Kammlagen wirken sehr hochalpin und sind vor allem nach Norden hin recht steil. Eine geschlossene Schneedecke liegt hier von November bis Mai. In anspruchsvolle Couloirs und Karen kommen auch freeride-orientierte Skifahrer auf ihre Kosten. Aber auch sanftere Hänge ermöglichen genussvolle Touren. Mit Ausnahme der Gondelbahn Bâlea Lac gibt es in der Region keine Liftanlagen. Auch präparierte Pisten existieren nicht.

Vor allem im Winter sind die Gebirgszüge sehr einsam und abgelegen. In viele Täler gibt es keine Zufahrtsstrassen. So lässt sich auf Skitouren eine Bergeinsamkeit geniessen, wie sie in den Alpen nur noch in sehr entlegenen Ecken zu finden ist.

Da es auch kein Netz von bewirtschafteten Hütten gibt, sind die beiden Berghotels an der Bergstation der Gondelbahn Bâlea Lac ein ideales Basislager. Zeitweilig ist hier auch Heliski möglich.

Die Schneehöhen bewegen sich in der Regel zwischen ein und zwei Metern. Im Winter liegen die Temperaturen im Schnitt zwischen -10 Grad nachts und um die -4 Grad am Tag. Bisweilen starke Winde können im steilen Gelände zu einer hohen Lawinengefahr führen. Es gibt in Bâlea Lac zwar eine Station des nationalen Lawinenwarndienstes, allerdings werden für die Bulletins nur die Daten der Wetterstation verwendet, was die tatsächlichen Verhältnisse im Tourengelände nicht unbedingt widerspiegelt. Ausreichende Erfahrung in der Beurteilung der Lawinenlage und im Verhalten bei Notfällen ist deshalb dringend ratsam. Wer nicht genügend Erfahrung mitbringt, sollte sich auf jeden Fall einem ortskundigen Bergführer anvertrauen. Das ist auch deshalb ratsam, da es keine entsprechende Tourenführer-Literatur für das Făgăraş-Gebirges gibt.

Wer nach Rumänien reist, sollte das nicht nur zum Skitourengehen tun. Es lohnt sich, Kultur, Land und Leute kennenzulernen. Das siebenbürgische Sibiu (Hermannstadt) ist ein idealer Ausgangspunkt.

Anfahrt

Flug nach Sibiu (Hermannstadt). Weiter per Taxi-Shuttle nach Cascada Bâlea. Mit der Gondelbahn nach Bâlea Lac. Transfers: Carpathian Travel Center, +40 269 211344, www.carpathian-travel-center.com

Nationale Fluggesellschaft: Tarom, www.tarom.ro

Allgemeine Infos

Rumänisches Touristenamt, Tel. +49 30 26 46 22, www.rumaenien-tourismus.de

Touristen-Informationszentrum Sibiu, www.turism.sibiu.ro

Unterkünfte

Berghütte Bâlea Lac,Tel. +40 745 072602, www.balealac.ro

Cabana Paltinu, Tel. +40 269 211703, www.balea-turism.ro

Bergführer

Cosmin Andron, www.cosmin-andron.com

Adrian Vălean, www.adventureguide.ro, contact@adventureguide.ro

Heliski

Die österreichischen Freerider Martin und Bezi Freinademetz organisieren regelmässig Heliski-Wochen in Bâlea Lac und in anderen Bergregionen Rumäniens. Info: www.heliskiromania.com

Karten

Muntii Nostri Wanderkarten Făgăraş 1:75.000 und 1:35.000, MN07, www.muntii-nostri.ro (erhältlich auch in den Buchhandlungen in Sibiu)

Beste Jahreszeit

Beste Schneeverhältnisse im Februar und März, aber auch im April sind Frühlingstouren noch gut möglich.

Bekleidung/Accessoires

GoreTex-Jacke, Skitouren- oder Skihose, SoftShell- oder Fleece-Jacke, dünne, winddichte Fingerhandschuhe, warme Finger- oder Fausthandschuhe, Mütze, evtl. Stirnband oder Buff, funktionelle Socken (1 Ersatzpaar), funktionelle Unterwäsche kurz/lang.

Rucksack mit Hüftgurt (30-40 L), Sonnenbrille und Skibrille, Sonnen- und Lippencrème, Sonnenhut oder Kappe, Trinkflasche, mit Vorteil Thermosflasche Taschenmesser, Stirnlampe mit neuer Batterie, Erste-Hilfe-Set, Heftpflaster, Compeed-Blasenpflaster, Alpenvereinsausweis, Fotoapparat, evtl. Feldstecher

Technische Ausrüstung

Tourenski, Felle, Harscheisen, Skitourenschuhe, Steigeisen, Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Lawinenschaufel und -sonde, Ski- oder Teleskopstöcke (grosse Teller).

Sicherheit

Die Freeride-Touren führen zu grossen Teilen durch ungesichertes alpines und hochalpines Gelände. Entsprechende Tourenerfahrung und Know-How in puncto Einschätzung der Lawinengefahr sind deshalb unbedingt nötig. Im Zweifel einen Guide/Bergführer buchen.

Ein LVS-Gerät und ein Rucksack mit Schaufel und Lawinensonde gehören zur Pflichtausstattung.

  • Orientierung: Genaues Kartenmaterial ist wichtig – am besten vor der Tour.
  • Unbedingt jeden Tag vor dem Start die Wetter- und Lawinenlage checken.
  • Route: Bei schlechter Sicht oder Lawinengefahr sollte auf Abfahrten in unbekanntes Gelände verzichtet werden.

 

 

Text und Fotos: Christian Penning

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