Infoblatt: Klettern Hebriden

 In Infoblatt

Hebriden: Berge aus Fels und Wasser

Allgemeine Infos

Anreise

Per Flugzeug

Loganair fliegt von Glasgow nach Barra. Einzelheiten entnimmt man besser der Webseite www.loaganair.co.uk

Per Schiff

Der innerschottische Fährverkehr wird nahezu ausschliesslich von einer Gesellschaft durchgeführt, die liebevoll CalMac genannt wird. Nach Barra fahren die Fähren tagtäglich vom Oban an der schottischen Südwestküste:

Caledonian MacBrayne
The Ferry Terminal
Gourock, PA 19 1 QP Renfrewshire
0475/650100
www.calmac.co.uk

 

Klima & Reisezeit

Folgt man den gängigen Vorurteilen über Schottland, ergiessen sich Unmengen von Regen auf diese herrliche Landschaft. Leider ist, wie an allen Vorurteilen, auch hier etwas wahres dran: Es regnet tatsächlich viel. Ein Lichtblick ist da vielleicht die Tatsache, dass selten länger als ein ganzer Tag keine Sonne zu sehen ist, das Wettergeschehen hat gerade auf den Äusseren Hebriden einen deutlich schnelleren Puls als bei uns. Glaubt man der Statistik ist die einzige (verhältnismässige) Trockenzeit zwischen den Monaten Mai und Juni. Sie haben sich als die beste Jahreszeit zum Wandern herausgestellt, in denen zusätzlich, sozusagen als Bonbon, die Sonne kaum noch untergeht. Ebenfalls sehr reizvoll kann der Herbst sein, der in den Highlands bereits Mitte September einsetzt. Fährt man im Sommer nach Schottland gilt es, als nicht unwesentlichen Faktor bei der Reiseplanung zu beachten, dass sich das Land im festen Griff eines kleinen Insektes – Culicuides impunctus genannt, befindet. Diese «midges» genannten, wolkenförmig auftretenden Plagegeister, können bei Windstille jeglichen Aufenthalt im Freien zuverlässig verhindern.

Unterkunft

Einzig in Castlebay  gibt es einige Hotels und Pensionen, hier B & B genannt. Getestet wurde vom Autor keine, da er entweder im Zelt auf Mingulay übernachtete oder auf dem Schiff.

Allgemeine Infos zu Schottland

Visit Scotland, Ocean Point One, 94 Ocean Drive, Edinburgh EH6 6JH, Tel: 0044/(0)845-8591006, www.visitscotland.co

Karten

Egal wo man in Schottland unterwegs ist, Orientierung verschafft das hervorragende Kartenwerk des britischen Ordenance Survey (OS). Die die gesamten britischen Inseln abdeckenden Karten im Massstab 1:50’000 gehören zur sogenannten Landranger Series und sind in jeder Tourist Information und im Allgemeinen auch in anderen Geschäften vor Ort erhältlich. Sämtliche Karten lassen sich bereits in Deutschland im gut sortierten Buchhandel bestellen.

Literatur

Bertram/Gantzhorn, «Schottland – Outdoor Erlebnis am Rande Europas», Bergverlag Rother. Unseres Wissens das einzige Buch welches speziell auch auf die verschiedenen Outdoor-Aktivitäten auf den Äusseren Hebriden eingeht.

Klettern

Die Wände der drei südlichsten Inseln der Äusseren Hebriden Pabbay, Mingulay und Berneray gelten als – so das englische Klettermagazin «Climb» im Mai 2015 – «Home oft he greatest sea cliff trad climbing in the world.» Dem ist kaum etwas hinzuzufügen: Der Fels ist fest, das Ambiente zwischen kreischenden Seevögeln und krachenden Atlantikbrechern kolossal, die Absicherung britisch – also nicht vorhanden. Wer hier klettern geht, muss zwingend mit Keilen und Friends zur Selbstabsicherung der Routen umgehen können. Haken existieren nicht und würden der Erosion auch nicht lange standhalten. Nähere Informationen findet man im Kletterführer von:

Gary Latter, «Scottish Rock, Volume 2 North», Pesda Press Ltd

Segeln mit der «Eda Frandsen»

Wer sich auch ein Mal auf der «Eda Frandsen» einschiffen oder vielleicht einen ganzen Trip organisieren möchte, wendet sich an James, den Besitzer des Schiffes:

Office: 01326 567265
Mobile: 07867 500289
Email: crew@eda-frandsen.co.uk
Web: www.eda-frandsen.co.uk

Das Schiff, die Crew und die Umgebung sind ein Traum. Aber das liest sich hoffentlich auch aus dem Text heraus.

Die Inseln

Ähnlich wie das Great Barrier Riff der australischen Küste vorgelagert ist liegen die Äusseren Hebriden vor der schottischen Westküste und schützen diese vor den Unbilden des Nordatlantiks. Ca. 60 km von der Küste entfernt bilden sie einen rund 200 km langen Bogen aus unzähligen kleinen und grossen Inseln. Die grössten und bekanntesten sind die Doppelinsel Lewis/Harris im Norden und die für ihre endlosen Sandstrände bekannten Uists. Zu den am südlichen Ende gelegenen Barra Isles verirren sich relativ wenige Besucher. Im Nachgang stellen wir die wichtigsten Inseln kurz vor:

Barra

Barra ist die grösste Insel im Süden der Hebriden. Hauptort ist Castlebay, in dem auch die meisten der rund 1200 Einwohner leben. Der Ort wird regelmässig von den Fähren der Caledonian MacBrayne (liebevoll CalMac genannt) von Oban aus angefahren. Alternativ kann man auch mit dem Flugzeug anreisen. Allerdings befindet sich die Landebahn auf dem Strand und kann daher nur bei Niedrigwasser angeflogen werden. Die beiden höchsten Erhebungen sind der Heaval (383 m) und der Ben Tangaval (333 m), von denen sich spektakuläre Blicke auf die Inselwelt der Hebriden öffnen. Über einen 1990 aufgeschütteten Damm ist Barra mit der sich südlich anschliessenden Insel Vatersay verbunden. Sowohl Vatersay Bay als auch die gegenüberliegende Bagh Sar bieten phantastische Sandstrände. Wer nicht mit dem eigenen Vehikel oder Boot unterwegs ist, wird wahrscheinlich Castlebay als Ausgangsort wählen. Der Ort ist noch heute ein wichtiger Hafen, sämtliche Ausflüge in die Umgebung können von hier organsiert werden. Lebensmittelgeschäfte, Pubs und Hotels, die Post etc., alles konzentriert sich in Castlebay. Das namengebende Schloss befindet sich auf einer vorgelagerten Insel und hört auf den Namen Kisimul Castle. Es gehört – wie fast die gesamte Insel – zu den MacNeil of Barra, die die Burg haben restaurieren lassen. Normalerweise kann man diese am Mittwoch und Samstag Nachmittag besuchen.

Pabbay

Pabbay ist die nördlichste der drei südlichsten Inseln der Äusseren Hebriden, auch Bishop’s Isles genannt. Der Name der Insel bedeutet «Insel des Priesters». Die höchste Erhebung der rund 250 ha grossen Insel ist The Hoe, 171 m hoch. Ganz im Osten, geschützt von der Halbinsel Rosinish, befindet sich die von phantastischen Sandstränden gesäumte Bucht Bàgh Bàn. Direkt dahinter finden sich die Ruinen des ehemaligen Dorfes, die Insel wurde 1911 von Ihren damaligen Einwohnern freiwillig verlassen. Spektakulär wird es dann an der Westküste: Über 100 m hohe Klippen stürzen senkrecht ins Meer, am eindrucksvollsten sicherlich „The Great Arch“, eine bogenförmige Felsformation westlich von The Hoe. Die besten Blicke hat man von der gegenüberliegenden Brandungsplattform von Rubha Greotach.

Mingulay

Mingulay ist die grösste Insel südlich von Barra. Sie umfasst 640 ha, die beiden höchsten Erhebungen sind Macphee’s Hill (224 m) im Norden und Carnan (273 m) im zentralen Südwesten der Insel. Wie auch Pabbay fällt die Insel nach Ost hin sanft ins Meer, die zentrale Bucht hier (Mingulay Bay) ist von feinsten weissen Sandstränden gesäumt. Hier befinden sich auch die Ruinen der ehemaligen Siedlung sowie ein noch (zumindest in der Sommersaison) bewirtschaftetes Haus des National Trust of Scotland, der die Insel als gemeinnützige Organisation seit dem Jahre 2000 verwaltet (und besitzt). Die letzten Bewohner haben Mingulay im Jahre 1912 verlassen. Heute ist die Insel bzw. die steil nach Westen abfallenden Klippen ein einziges Seevogelparadies: Tordalke, Trottellummen, Papageitaucher, Basstölpel – das gesamte nordatlantische Vogelprogramm nistet in den senkrechten Gneisklippen. Vorgelagert sind diverse kleine Inseln und stacs. Wer hier bei ruhigem Wetter eine Bootsfahrt zwischen den Felsen erleben darf, wird sie bis ans Ende seiner Tage nicht mehr vergessen. Zelten und campieren wird am Strand von Mingulay toleriert.

Berneray/Barra Head

Die südlichste Insel der Äusseren Hebriden war deutlich länger besiedelt als die anderen Inseln. Aber auch nur deswegen, weil der prägnante Leuchturm bis in die späten 70’er Jahre des letzten Jahrtausends von drei Wärtern betrieben wurde. Sicherlich ein einsames Leben, rund 190 m über den tosenden Fluten des Nordatlantiks. Angeblich soll bei Sturm die Gischt der Atlantikbrecher bis hier oben rauf geweht worden sein. Die Insel selbst ist 204 ha gross und fällt von West nach Ost langsam ab. Es gibt keine von Sandstränden gesäumte Bucht, anlanden funktioniert nur bei ruhiger See an der Pier für den Leuchtturm. Wie auf Mingulay sind die Klippen auf der Westseite ein einziges Seevogelparadies.

Text und Fotos: Ralf Gantzhorn

 

Hier gehts zur Reportage «Segeln und klettern auf den Hebriden».

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